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Sonntag, Oktober 03, 2010

Stuttgart 21

Wahrscheinlich wird gar nichts passieren, aber die ausufernde Gewalt der Polizei gegenüber unbescholtenen Zivilisten hat mich an die Zustände bei dem Besuch des Schahs von Persien erinnert und damals war das einer der Auslöser für den Terror im “Deutschen Herbst”. Ich empfehle euch da den “Baader-Meinhof-Komplex” von Stefan Aust. Gut angelegtes Geld.

Der Umbau des Bahnhofs ist schon seit 10 Jahren beschlossene Sache, aber die Kosten explodierten und Gutachten wiesen darauf hin, dass der Untergrund sich nicht für die geplanten Umbauten eignet. Der Bahnhof steht auf Holzpfeilern, was geschieht mit ihnen wenn man unter ihnen rumgräbt? Man weiß es nicht. Aber mit Gewalt wird der Bau vorangetrieben, gegen alle Widerstände.

Auf den Willen des Volkes wird geschissen, ein Bürgerentscheid würde Stuttgart 21 eine klare Absage erteilen und einige Leute würden Millionen und Abermillionen verlieren. 18 Milliarden Euro!

1 8 . 0 0 0 . 0 0 0 . 0 0 0  E u r o !

Soviel wird der Bau am Ende gekostet haben. Wer soll das bezahlen? Wofür? Der Nutzen kann die Kosten und die Risiken nicht aufwiegen. Es geht um Immobilien, um das neue Europaviertel.

Es ist eine Schweinerei. Die Polizei wird von der Regierung instrumentalisiert, sie lassen ihre ausgebildeten Knochenbrecher die Knochen von Kindern, Jugendlichen und Rentnern brechen, die gegen das Fällen von alten Stadtparkbäumen sind und dann steht die Polizei als Sündenbock da.

Ich will die Schlägertrupps nicht in Schutz nehmen, das sind sicher ganz normale Männer, die ihren Job lieben und manchmal eben auch hassen. Einem gesunden Menschen kann es nicht gefallen andere zu verletzen.

Wir werden verlieren.

So wie dieser Mann sein Augenlicht.

Ja, das sind die geplatzten Reste seines Auges, die ihm mit einem Wasserwerfer aus der Augenhöhle gespült wurden.

fpuDO 

Es gab keine Steinewerfer, keine gewalttätigen Widerständler, nur brave Bürger, die den Irrsinn der Regierung, die die Hälfte von ihnen nicht gewählt hat, nicht mehr mitmachen wollen. Schaut euch die ganzen Aufnahmen auf YouTube an, Reizgas, Wasserwerfer, Handschuhe mit Sandkissen. Gummiknüppel knüppeln auf Kinder ein.

Wir werden verlieren… wenn wir uns nicht weiterhin standhaft wehren. Es geht nicht mehr nur um einen Bahnhof, um die Verbrechen von Herrn Mappus und seinen Leuten.

Es geht um Recht und Freiheit der Deutschen.

Dienstag, Juli 13, 2010

Männer, lasst uns die Kinosäle zurückerobern!

Der allergeilste Kinotrailer, den ich jemals gesehen habe!

Unbedingt in Vollbild schauen!

“The Expendables”, bald auch in einem Kino in deiner Nähe.

Dienstag, Juli 06, 2010

Trailer Day 19

Ein neuer Trailer zu den “Expendables”, dem ärschetretenden Collaboration-Film (fast) aller großen Actionstars.

Harry Potter gibt sich die Ehre, in “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes”. So, das war’s also, der letzte Teil ist jetzt auch verfilmt und ich finde, der Trailer des ersten Teils – denn Band 7 ist so episch, der musste einfach gesplittet werden, ist richtig vielversprechend!

Schon wieder ein Auftragskiller-Film und diesmal ohne Stars, ohne schönes Wetter – und Deutsch!

“Snowmans Land” bringt diesen Vibe von “Fargo”. Gefällt mir.

Freitag, Juli 02, 2010

Leg dich nicht mit Bambi an

Eine Katze belästigt ein Rehkitz, Mama wird sauer und verprügelt einen Hund. Ich war schockiert, dieses Video sollte man unbedingt gesehen haben. Die Natur ist blutrot und klauenbewehrt, habt keine Illusionen.

 

(Dem Hund soll es wieder gut gehen, hab ich gelesen.)

Samstag, Juni 26, 2010

Trailer Day 18

“RED” - Retired Extremely Dangerous. CIA-Rentner sollen ausgeschaltet werden, das lassen sich die alten Herren und Damen natürlich nicht bieten. Ein weiteres Highlight für mich, mit Bruce Willis, Morgan Freeman, Helen Mirren genial besetzt. Ernest Borgnine spielt auch mit! Der ist inzwischen 93!

Teil drei der Reihe mit Ben Stiller und Robert de Niro, ich bin mal gespannt, wie sie diesen Filmtitel wieder verunstalten beim Eindeutschen. “Little Fockers”, wieder eine neue Weihnachtschaos-Komödie mit derben Witzen und zotigen und schockierenden Einfällen. Ich mag diese Filme. Dustin Hoffman hat sich allerdings nicht für diese Fortsetzung hergegeben…

 

Zum Abschluss der neue Trailer der “Predators”-Schlachtplatte. DA GEH ICH INS KINO!

Montag, Mai 31, 2010

Rezension zu “Alice on Speed” von Sebastian Keller


Kürzlich rief Sebastian Keller, der Autor der "Memphisto"-Pentalogie, auf seinem Blog dazu auf, für ihn eine Rezension zu verfassen. Er schickte mir also seinen Roman "Alice on Speed" und ich las ihn innerhalb einer Woche.
Dies ist die Rezension. image

Ich halte das Buch gerade in Händen, es ist schmal, kein dicker Wälzer, liegt angenehm in der Hand. Die Coverillustration ist hypnotisch, man kann sie nicht lange anschauen, aber das ist so gewollt und es gibt einen Ausblick darauf, was einem in dem Buch erwartet.
Dieses kleine Vorschaubild, wird dem Design nicht gerecht.

Schon das Cover ist eine Herausforderung von Sebastian Keller an seine Leser.

"Alice von Speed" ist eine Amalgamierung von verschiedenen Werken der westlichen Literatur und wie schon der Titel andeutet, findet sich nicht wenig von Lewis Carrols "Alice im Wunderland" wieder. Da wäre zum Beispiel das Motiv des unschuldigen Mädchens, das in einer unheimlichen, verwirrenden Welt eintaucht. Eine weitere wichtige Quelle ist Goethes "Faust", das Keller gerne zitiert und sogar in die Handlung einflechtet, auf eine Art und Weise die an Dreistigkeit und Mut kaum zu überbieten sein dürfte.

Ich habe einige kritische Punkte aufzuzählen und der Leser möge davon nicht abgeschreckt werden, schließlich handelt es sich nur um die Meinung EINES anderen Menschen. Außerdem ist hinzuzufügen, dass dies ein Erstlingswerk ist!

Mein erster Roman sollte auch mal so eine ernste Rezension erfahren! Sebastian…?

Betrachten wir zunächst die Hauptfigur Felix Knecht. Dieser ahmt Menschen so gut nach, dass er sogar deren Denkweise übernehmen kann, sagt der Klappentext.

Da liegt der Hund begraben, das Hauptproblem, dass ich mit dem Roman habe.

Ein Mensch ohne eine eigene, starke Persönlichkeit, der die Eigenheiten anderer Menschen wie ein Schwamm aufnimmt, ist ein denkbar ungeeigneter Hauptcharakter, da er sich aufgrund seiner Eigenartigkeit überhaupt nicht als Identifikationsfigur eignet.
Ein Leser sucht eine Figur, die ihm Interpretationsfläche für sich selbst dient. Ohne diese Verbindung baut sich keine persönliche Beziehung auf.

Das wäre ja zu verschmerzen, könnte man mit einer anderne Person mitfühlen. Trotz einer erfolgenden Erläuterung der Empfindungen und Einblicke in die Gedanken der Figuren bleibt die Seelenwelt unergründet und nicht nachfühlbar.
Eindimensionale Figuren, das Gegenteil von dem, was ein "Charakter" sein sollte.

Es ist geradezu tragisch!

Die Figuren waren mir egal. Ihre Geschicke waren mir egal und das darf nicht sein, man muss sie hassen oder lieben. Oder beides.

Manchmal hab ich einfach nur den Kopf geschüttelt, da die Charaktere nicht nachvollziehbar handelten. Es mag sein, dass das in einem gewissen Rahmen gewünscht und erforderlich für den Roman ist, der ja mit Verwirrung und Chaos kokettiert, aber überhaupt nicht verstehen zu können, warum die Figuren etwas tun, manchmal etwas Dummes und Sonderbares, ist keine gute Voraussetzung für Lesespaß, Spannung und Interesse.
Ich bin noch nie so oft bei einem Buch eingeschlafen und das ist kein Witz. Leider.

Die Motivation hinter Allem bleibt mir verschlossen. Worum geht es?
Der Plot ist mit heißen Nadeln lose gestrickt, er erscheint bedeutungslos, es gibt japanische Musikproduzenten, deutsche Naziwissenschaftler, allerlei schräge Typen und alternative Rockbands, die ganz seltsames Liedgut haben, das Sebastian Keller uns auch nicht vorenthält, nein, er bringt es in voller Länge ein.
Weniger wäre hier mehr gewesen.
Etwas mehr Humor hätte dagegen nicht geschadet.
"Alice on Speed" ist nämlich bierernst und weitestgehend spaßfrei.

Zur Sprache. Sie bietet einen Kontrast zur Handlung. Sie ist distanziert und kühl, konservativ und hat starke Manierismen, es kommt mir so vor, als hätte das Buch niemand gegengelesen und Keller es nicht einmal mehr überarbeitet.
Ich kann nur wieder sagen, dass ich annehmen muss, dass das so gewollt ist. Es muss einfach gewollt sein, da es so zwanghaft ist, was die Figur des Knecht widerspiegelt. Manche Formulierungen finden sich immer wieder. Es ist natürlich möglich, dass das alles zum Konzept gehört.
Aber wie gesagt, erschließt es sich mir nicht.

Was ich aber wirklich hervorheben muss, sind die verschenkten Möglickeiten!

Sebastian Keller hat die Szenen schwach inszeniert, farblos und besonders bei den Actionsequenzen wird das deutlich.
Been here done that.
Er hakt die spaßigen Sachen ab, Verfolgungsjagden, Schießereien, etcetera und ergeht sich dann wieder in Betrachtungen der abstoßenden, bemitleidenswerten Figur des Felix Knecht.

Desweiteren hat mich gestört, dass alles beliebig austauschbar ist, es ist egal wo etwas spielt, ob Japan oder Deutschland. Länder und Orte sind nicht auszumachen, da es praktisch keine Details zu lesen gibt, die einen Unterschied deutlich machen würden.

"Alice on Speed" begeht aber noch einen weiteren Fehler: Er ist zu zahm, zu zurückhaltend.
Ich hätte mehr Sex und Brainfuck begrüßt und dann hätte ich auch den Vergleich mit Robert Anton Wilsons und Robert Sheas "Illuminatus-Trilogie" gerne gezogen. Denn in die Richtung bewegen wir uns schon.
Etwas drastischer hätte es sein müssen, um die Türen zum Wahnsinn aufzustoßen, die Keller hier ganz offensichtlich suchte.
Ich mochte "Illuminatus" überhaupt nicht, aber ich konnte den Anspruch der beiden Autoren an sich selbst erkennen.

Mein Fazit ist, "Alice on Speed" will verrückt und abgedreht sein, verwirrt aber nur und ist voller verschenkter Möglichkeiten.

So, Sebastian, ich hoffe diese ehrliche, harte und wenig nachsichtige Kritik hilft dir dich zu verbessern, denn darum geht es. Wir wollen immer besser werden, Stagnation ist nicht so schlimm für einen Schriftsteller wie Dan Brown, aber wir haben ja einen künstlerischen, ästhetischen Anspruch ;-)

Jetzt lest den Text nochmal und stellt euch vor Marcel Reich-Ranicki würde sprechen :D

Donnerstag, Mai 13, 2010

Rettet eine Iranische Lesbe!

Ganz schön reißerische Überschrift, was?

Nun, aber genau das erwarte ich von euch, geht auf diese Website und gebt eure Stimme dagegen ab, dass Kiana Firouz zurück in den Iran abgeschoben wird. Nachdem sie eine kritische Reportage über den Umgang mit Homosexuellen im Iran produzierte, wurde sie zu Folter und Todesstrafe verurteilt. Das blüht ihr jetzt, wenn England sie abschiebt.

Gebt eure Stimme ab! Sonst klebt Blut an euren Händen, wer wegschaut ist Mittäter!

100 Peitschenhiebe und Erhängen, nur weil sie Sex mit Frauen hat.

Genau deswegen habe ich ein Problem mit den Weisen aus dem Morgenland, den bärtigen, alten Männern, die den Leuten sagen, was sie denken sollen.

http://maedchenblog.blogsport.de/2010/05/12/rettet-kiana-firouz/

http://www.nerdcore.de/wp/2010/05/12/save-kiana-firouz/

Freitag, April 16, 2010

“Die Wölfe” oder “Verdammter Scheißvulkan!”

Nachdem ich mir nach Arbeitsende im Naturhistorischen Museum ein Eis geholt hatte (Cookies, Vanille, Schokolade, Sahne, Schokosoße) fuhr ich nach Hause und traf am Bahnhof einen alten Klassenkameraden, der sich zum Dienst bei der Bundeswehr verpflichtet hat. Er ist Koch.

Nun, in Alzey angekommen, wollte ich zu meinen Großeltern laufen, als ich sah, dass das Kino, welches ich manchmal besuche, offen war. Ich bin mit den Vorführern und den Betreibern gut bekannt und sag da immer mal wieder Hallo. Gutgelaunt wie ich war, sprach ich den Kinobesitzer an, was für eine Vorstellung denn gerade geplant sei, schließlich stand da ein Trabbi und ein DDR-Feuerwehrwagen und Bänke und Tische wurden aufgestellt.

Er fragte mich, ob ich den Film-Mehrteiler “Die Wölfe” kenne. Ich sagte, ich hätte sie nicht gesehen, aber meiner Mutter hätten sie sehr gut gefallen. Es geht bei dem Film um eine Geschichte um vier Jungs und zwei Mädchen, die eine Jugendbande bilden und sich im zerbombten Berlin gegen Ende des Zweiten Weltkriegs durchkämpfen. In Folge 2 der Miniserie erfahren wir, was mit den inzwischen Mittzwanzigern geschieht, als Berlin durch eine Mauer getrennt wird. Ihr Schwur "Nichts wird uns trennen. Nicht einmal der Tod.” wird auch durch den “antifaschistischen Schutzwall” nicht gebrochen, so versuchen die West-Berliner ihre Freunde aus dem Osten zu befreien.

Der Wahnsinn dieser “sozialistischen Republik”, die ein Gefängnis für Millionen Menschen war, wird sehr deutlich und hat mich mehrmals zu Tränen gerührt. Meine Familie hat selbst eine bewegte deutsch-deutsche Geschichte.

Im letzten Teil schließlich treffen sich die zerstrittenen Freunde zum Mauerfall wieder, als ihre Kinder einander heiraten, ohne das sie wussten, wer die zukünftigen Schwiegereltern sind.

Der Film ist konstruiert, was aber nicht besonders stört, es sind viele Dokumentaraufnahmen eingebettet, aber er ist bewegend und seit letzten November Emmy-ausgezeichnet! Der Emmy ist der Oscar für Fernsehproduktionen und ich sah den “Emmy” heute aus wenigen Metern Entfernung als Produzent Heiner Gatzemeier (der Dritte von Links) den Film vorstellte.

image

Es waren Zwei-Dreihundert Lions-Club-Gäste geladen, es gab Wein, Bruscetta, Chili con Carne und einen Sektempfang.

Was machte der Norman denn da?!

Torsten hatte mich eingeladen den Film mitzuschauen, für mich würde er noch einen Platz finden :D

Ich hab mich im Anzug unter die Leute gemischt und Flyer von “Kubilabala” versucht an den Mann oder die Frau zu bringen. Irgendwie hatte ich gehofft, ein hohes Tier vom ZDF würde auf mich zukommen und mit mir einen Drehbuchdeal machen. ;-)

Hey, so abwegig ist das gar nicht.

Eigentlich sollten die Filmschauspieler der drei Ensembles kommen und über einen roten Teppich marschieren, aber die riesige Staubwolke über Europa hat verhindert, dass sie auch nur einen Fuß in ein Flugzeug gesetzt haben! :D

Freitag, April 09, 2010

Trailer Day 16

Die neue Qualitätsinitiative des “Trailer Day” sorg dafür, dass ich nicht mehr jeden Mist hier poste. Was ihr hier findet ist die Creme de la Creme, das Sahnehäubchen, das i-Tüpfelchen der BESTEN TRAILER ZU DEN BESTEN FILMEN!

“Animal Kingdom” – Wird schon mit “Der Pate” verglichen. Eine australische Familiensaga über deren kriminelle Machenschaften. So wie ich das verstehe ist der Sohn der Gangster ein Cop… Gefällt mir!

 

Der neue “A-Team”-Trailer:

 

Na, das sieht doch schon besser aus, wenn man jetzt schon drauf scheißt, dann kann man sogar den Panzer toll finden, der im freien Fall ein Flugzeug vom Himmel holt, als er aus der Laderampe eines anderen Flugzeugs geworfen wird.

“Salt”: Angelina Jolie als Agentin. Wirkt auf mich wie beliebige Action. Bäng-Boom! Aber Angelina Jolie sieht wieder gut aus, nachdem sie mir in in diesem Kugel-im-Bogen-Schieß-Scheiß einfach nur Angst gemacht hat. Braucht man sonst einen Grund um einen Film zu gucken? Nun, ich nicht.

Donnerstag, April 01, 2010

Meine Mail an Nestlé

Ich bin Greenpeace-Unterstützer und finde, die gehen noch nicht weit genug, so kam nun diese Mail in meinem Postfach an:

“Sehr geehrter Herr Eschenfelder,
ich wende mich heute mit der Bitte um tatkräftige Mithilfe bei der internationalen Greenpeace-Kampagne zum Erhalt des Regenwaldes in Indonesien an Sie!
Die tropischen Urwälder in Indonesien beherbergen eine phantastische Artenvielfalt, so lebt dort
zum Beispiel der vom Aussterben bedrohte Orang-Utan. Und die indonesischen Wälder haben eine ganz
besonders herausragende Eigenschaft: Sie wachsen zu großen Teilen auf dicken Torfböden. Torf besteht aus nicht verrotteter Biomasse. Werden die Urwälder vernichtet, werden die Torfböden zerstört und gigantische Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid freigesetzt. Eine Katastrophe für das Klima.
Eine besondere Bedrohung für die Wälder ist die Ausdehnung von Palmölplantagen. Palmöl, ein billiges, gut zu verarbeitendes Pflanzenöl, wird zurzeit hauptsächlich für die Nahrungsmittelindustrie genutzt. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé kauft für seine Produkte, zum Beispiel für den beliebten Schokoriegel Kit Kat, Palmöl von Firmen ein, die für ihre Palmölplantagen indonesische Regenwälder abholzen.
Greenpeace fordert Nestlé auf, diese Einkaufspolitik für Palmöl grundlegend zu ändern und kein Palmöl mehr zu kaufen, das aus Urwaldzerstörung stammt.
Bisher kaufte Nestlé Palmöl direkt von der Sinar Mas Gruppe, einem Konzern, der in besonders großem Umfang die Regenwälder Indonesiens für immer neue Palmölplantagen zerstört. Nach jüngsten Greenpeace-Protesten hat Nestlé bereits die direkten Lieferverträge mit Sinar Mas gekündigt. Allerdings machen die Mengen an Palmöl, die über diese direkten Verträge bezogen wurden, nur einen sehr kleinen Teil der Gesamtmenge aus, die Nestlé für seine Produktion benötigt. Der Großteil des Palmöls wird von Nestlé weiterhin über Zwischenhändler bezogen, letztendlich beliefert der Hersteller Sinar Mas Nestlé nun über Umwege.
Nestlé verwendet jährlich mehr als 320.000 Tonnen Palmöl für die Herstellung bekannter Produkte wie zum Beispiel Kit Kat. Nach Angaben von Nestlé hat sich der Verbrauch von Palmöl in den letzen drei Jahren beinahe verdoppelt. Als größter Lebensmittelkonzern weltweit könnte Nestlé seinen Einfluss nutzen und sich für einen Stopp der Ausdehnung neuer Palmölplantagen in Urwaldgebieten einsetzen. Greenpeace fordert daher, dass Nestlé konsequent kein Palmöl von Lieferanten kauft, die Regenwälder für den Plantagenbau zerstören.
Dass das möglich ist, hat der multinationale Lebensmittel- und Kosmetikhersteller Unilever gezeigt. Hier wurde gehandelt, die direkten Verträge mit Sinar Mas gekündigt und es wurde begonnen daran zu arbeiten, auch die Palmöllieferungen des Herstellers Sinar Mas über Großhändler an Unilever einzustellen. Diesem guten Beispiel muss sich Nestlé anschließen - damit die Zerstörung der Regenwälder in Indonesien ein Ende findet.
Und hier können Sie uns unterstützen, bitte kontaktieren Sie Nestlé. Sie erreichen Nestlé über die Homepage -
https://www.nestle.de. Dort finden Sie in der oberen Navigationsleiste den Verweis „Kontakt“. Bitte fordern Sie, dass künftig kein Palmöl des Herstellers Sinar Mas in den Nestlé-Produkten verwendet wird - auch nicht über Zwischenhändler. Fordern Sie von Nestlé, dass sich der Konzern für ein Moratorium gegen die Zerstörung von Regenwäldern einsetzt.
Bitte werden Sie noch heute aktiv, damit in Indonesien der Regenwald und  auch die Orang-Utans, eine
Chance zum Überleben haben. Ich danke Ihnen!
Mit freundlichen Grüßen
Corinna H.
(Nachname vom Blogger abgekürzt)”

Nestlé finanziert DIREKT die Abholzung der Regenwälder in Indonesien, wo die letzten Orang-Utans, unsere nächsten Verwandten, aufgrund des Verlusts ihres Lebensraums elendig verrecken. Wer sich an den Qualen dieser empfindsamen Tiere ergötzen will, einfach mal googlen. Es gibt viel Dokumentationsmaterial.

Kennt ihr die rasierten Orang-Utans aus den indonesischen Bordellen? Kein Witz, auch wenn heute der 1. April ist. Okay, zurück zu Nestlé.

Ich habe also folgende Mail verfasst:

“Ich fordere Nestlé auf, den Import von Palmöl aus Indonesien sofort einzustellen und eine ökologisch sinnvolle Alternative zu finden.
Weiter noch, ich fordere eine Wiederaufforstungskampagne, die den Regenwald nachhaltig stärkt und schützt.

Wenn ich auch nur einen Orang-Utan (das bedeutet Waldmensch) retten kann, weil ich in meinem gesamten Leben kein Kit-Kat mehr esse und mich auch sonst von Nestlé-Produkten fern halte, dann werde ich es machen.
Ich werde ausnahmslos JEDEN darauf hinweisen keine Nestlé-Produkte zu kaufen und dieses Unternehmen nicht zu unterstützen.

Es gibt nur noch wenige dieser Tiere, wir müssen sie schützen - kaum ein Tier steht uns evolutionär so nah und besitzt mit Menschen vergleichbare Emotionen und einen Verstand, der zu Abstraktion fähig ist. Sie sind wie Kinder. Orange behaarte Kinder.

Wenn sie diese Mail lesen, denken sie über den Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber nach. Lockheed zum Beispiel, die töten wenigstens nur andere Menschen, wegen Öl, Geld, Land oder sogar religiösen Gründen und nicht UNSCHULDIGE WALDBEWOHNER MIT DEM VERSTAND EINES KINDES.

Haben sie sich schon einmal gefragt, was unsere Zivilisation so zerstörerisch macht, so verheerend für unsere Umwelt und schließlich - für uns selbst?

GEWINN UM JEDEN PREIS.
Es sind die nach Gewinn strebenden Großkonzerne, natürlich steht Nestle nicht alleine da, denken wir doch nur an Monsanto. (Genmais verdrängt "Natur"-Mais und kann nur mit speziellem Dünger gedüngt werden und muss Jahr für Jahr von den Farmern neu gekauft werden. Geschieht gerade in Mexiko!)

SIE SIND DAS BÖSE!

Mit freundlichen Grüßen,
Norman Eschenfelder”

Boykottiert Nestlé-Produkte!

Freitag, März 19, 2010

Boardwalk Empire – Groß! Einfach nur groß!

Ich bin ja großer Sopranos-Fan, nicht so groß wie mein großer Bruder, der eigentlich mein jüngerer Bruder ist, mich aber seit ein paar Jahren beim in die Höhe schießen überholt hat, aber ein großer Fan. Ja, groß.

Terence Winter, verantwortlich für eine der besten drei Serien, die es jemals gab – DIE SOPRANOS - und Martin Scorsese (MARTIN SCORSESE! DER MARTIN! SCORSESE) bringen uns jetzt eine neue Serie, mit einem überragenden Cast an genialen Schauspielern wie Steve Buscemi!

“Boardwalk Empire” spielt während der Prohibition in den USA und jetzt zieht euch mal diesen Trailer rein! Mann, da möchte man doch glatt gegen die Gesetze unseres Multiversums verstoßen und in der Zeit zurückreisen :D

 

Die Ausstattung! Die Kostüme! Die Sets!

GROSS-AR-TIG!

Ich glaube, ich hab Dita von Teese entdeckt ;-)

Mittwoch, Februar 17, 2010

Sperren statt Löschen!

Jetzt hat der Köhler doch tatsächlich das “Internetsperren”-Gesetz unterzeichnet, obwohl die Schwarz-Gelbe-Regierung davon zurückgetreten ist!

Dieser BERUFSPOLITIKER!

Was bedeutet das jetzt?

Als normaler Internetnutzer kann mich das eigentlich nicht stören, Spiegel und Wikipedia werden wohl kaum auf der Liste des BKA landen, in die wir keinen Einblick haben werden.

Aber als KiPo-Nutzer werde ich ab sofort auf einer Seite mit einem Stopp-Schild landen, wenn ich mir eine dem BKA bekannte KiPo-Seite aufrufe. Großartig.

Nur kann jeder JEDER JEDER JEDER, absolut JEDER diese Sperre mit einem Proxy in vielleicht 2 Minuten umgehen! Ich weiß wie es geht! Wir haben das in der Schule TÄGLICH gemacht, um auf YouTube zu gelangen.

Was geht noch einher mit diesem “Sperren, statt Löschen”?

Nun, es ist erwiesenermaßen so, dass die meiste KiPo auf deutschen Servern gehostet werden, nicht in Malaysia, nicht in Thailand oder auf den Bahamas. Auf deutschen Servern, die der deutschen Gesetzgebung unterliegen. Die Piratenpartei hat nachgewiesen, dass jede um Löschung gebetene Hostingfirma den fraglichen Content innerhalb von Stunden gelöscht hat. Weltweit.

ENDGÜLTIG GELÖSCHT HAT.

Das bedeutet weitaus weniger Aufwand, als die Anstrebung einer bundesweiten Firewall, wie wir sie aus China kennen, wo alles, was gegen das Regime zuwiderläuft gesperrt wird. Fotos von Aufständischen, … DIE WAHRHEIT!

Ich möchte nicht polemisieren, aber wir sind wieder nur wenige Schritte von einer totalitären Überwachungsgesellschaft entfernt, die uns alle im Griff haben will. Stasi 2.0.

Habt ihr eine Ahnung, was das bedeutet?

Wahrscheinlich nicht, genauso wenig wie Horst Köhler. Mann, würd ich dem meine Meinung geigen, wenn der jetzt hier wäre.

UPDATE: Eine meiner treuen Leserinnen (meine Oma), hat mich darauf hingewiesen, dass meine öffentliche Kritik an Horst Köhler über die Grenze geschlagen ist. Nach §193 des Strafgesetzbuch war meine freie Meinungsäußerung zwar gesetzlich legal, da sie erlaubt “ehrverletzende Worte” zu verwenden, aber ich habe mich damit unter ein gewisses Niveau begeben, das ich sonst halten möchte. Ich nehme die Beleidigungen, die ich im Eifer des Gefechts, in höchster Aufregung über diesen Gesetzesbeschluss, geschrieben habe, zurück. Sie war sehr aufgebracht und enttäuscht von mir. Das tut mir leid! Solche Worte habe ich von dir nicht gelernt, Oma. Aber sowas kommt in einigen meiner Lieblingsfilme, –bücher vor und auch in meinem eigenen Roman Kubilabala.

Freitag, Januar 22, 2010

Nacktscanner sind für’n Arsch

Ich bin gegen Nacktscanner- nicht, dass ich etwas dagegen hätte, wenn mich jemand durch eine technische Vorrichtung nackt sehen könnte, wenn ich mich ausziehe, kann man das ja auch – nein, ich bin gegen Nacktscanner weil sie eine falsche Realität vorgaukeln, weil sie Schutz suggerieren, wo eigentlich keiner nötig sein sollte. Ich halte die Kontrollen an Flughäfen für maßlos überzogen und würde sogar fast soweit gehen, dass manche Bombenmeldung und Terrorwarnung ein Publicitystunt sein könnte.

Bei Markus Lanz wurde der Nacktscanner getestet, er versagte.

Quelle:

http://www.boingboing.net/2010/01/22/naked-airport-scanne.html

Freitag, Dezember 25, 2009

Trailer Day 11

Was haltet ihr von “Cop Out” mit Bruce Willis? Ich halte diesen Trailer für so ziemlich den SCHLECHTESTEN den ich je gesehen habe. Ein Trailer soll Lust darauf machen, sich einen Film anzusehen. Das schafft er überhaupt nicht. Ich poste den hier nur, weil Bruce Willis mitspielt.

Dafür ist das Hit Girl der Hammer!

Und “Vertige” von den Franzosen sieht auch gut aus, manchmal mag ich den Thrill Mensch gegen Natur einfach zu sehr.

Freitag, Oktober 16, 2009

HBOs Rome

Ich habe in den letzten drei Tagen die erste Staffel “Rom” angesehen. Eine der besten Serien, die je gedreht wurden. Alles an der Serie ist großartig. Niemals war Rom so lebendig und authentisch, natürlich alles im Maße einer Fernsehserie. Aber WAS FÜR EINE SERIE!

Dies sind nur die ersten drei Minuten!

Die Serie war auf fünf Staffeln konzipiert, da aber jede Folge gut 4 Millionen Dollar kostete und man sie für unrentabel hielt, wurde nur noch eine zweite Staffel mit lediglich 10 Folgen produziert. Was man noch alles hätte zeigen und erzählen können! Staffel 5 sollte zu Zeiten Jesus spielen.

Rom hat alles und lässt keine Wünsche offen, man muss aber auf einiges gefasst sein. Sex, Gewalt und dabei ist alles schmutzig und ehrlich, nicht das HollyRom wird hier gezeigt, es geht um die bestmögliche Annäherung an die Realität. Ein Wort also: GROSSARTIG!

Montag, September 21, 2009

Trailer Day 8

Heute ist Tag der unüblichen Haarpracht. Pierce Brosnan mit Zottelbart, John Travolta mit Glatze und weil das noch nicht reicht: Mehr Boom-Boom aus Frankreich. (UPDATE: Hab den letzten Clip entfernt, der hat genervt wie Sau, lief von selbst an)

Donnerstag, September 10, 2009

Trailer Day 7

Heute mit George Clooney als Mr. Bingham, der Meilen sammelt und Woody Harrelson als selbsternannter Superverbrechensbekämpfer Defendor und im dritten Clip der gesamten, illustren Besetzung des Kultfilms (und wenn ich es Kult nenne, dann hat das was zu heißen) “Der blutige Pfad Gottes” in der Fortsetzung, die mehr Geballer, Coolness und erschreckend schlecht gealterte Jungschauspieler verspricht. Sean Patrick Flanery ist kein guter Jahrgang.

Mittwoch, September 02, 2009

Meine Meinung zu INGLOURIOUS BASTERDS

ACHTUNG SPOILER!

Inglourious Basterds ist ein besonderer Film, seine ganze Tragweite lässt sich nicht in einer kurzen Kritik erfassen. Er ist filmgewordener Zitateschatz, der sich den meisten Zuschauern nicht im Ansatz erschließen wird, zu viele Versatzstücke aus Italo-Western und Kriegsfilmen werden geliefert, man kann nur erahnen, wie umfassend Tarantinos Filmwissen wirklich ist. Das führt er natürlich wieder vor und man kann von ihm halten, was man will, mit Inglourious Basterds liefert er sein (bisheriges) Meisterwerk ab, handwerklich überragend stockte mir der Atem. Schnitt und Kamera sind auf einer Höhe mit der Dramaturgie, die einem Roman ähnlich, in Kapitel geteilt ist. Perfektion.

Die Episodenhaftigkeit seiner Filme ist ein starkes Manko, da eine geradlinige Erzählweise oftmals besser geeignet wäre. Der in dieser Hinsicht untypische “Jackie Brown” ist auch deshalb mein geheimer Favorit.

Der Film ist bereits zu Beginn so aufregend und spannend, dass es fast anstrengend ist, ihm zu folgen. Ich habe nie solch Intensivität in kleinen Gesten und wenigen Worten gesehen. Das Schauspiel ist grandios,  Tarantino schafft es sogar aus den talentfreiesten Akteuren wie seinem engen Freund Eli Roth, ein beeindruckendes Maß an Präsenz und Darstellungskraft hervorzulocken. Die sonst eher blasse Diane Kruger wächst über sich hinaus, Til Schweiger bietet in seiner Kargheit eine Leistung die seine gesamte Filmlaufbahn in einem neuen Licht erscheinen lässt. Der Mann wurde immer falsch besetzt! Ist er erst einmal still, tritt seine physische Präsenz in den Vordergrund und die Szenen in denen er zu sehen ist - es sind nicht viele, leider - dominiert er.

Die Fähigkeiten von Männern wie Christoph Waltz, Gedeon Burkhard und August Diehl traten noch nie so sehr hervor. Was macht einen Tarantino aus, dass er dieses Schauspiel ermöglicht?

Wir unterfordern unsere Schauspieler mit Sat.1-Romantikkomödien und familientauglichen Krimiserien. Gedeon Burkhard war das Herrchen von Kommissar Rex…

Viele Zuschauer hatten ein Problem mit der Gewaltdarstellung, das hörte man. Die Brutalität ist nicht angedeutet, Tarantino hält immer voll drauf, wenn Blut fließt und man kann sich dem nicht entziehen, man kann nicht wegsehen. Einige verließen den Film vorzeitig. Meine Frage ist nicht, warum sie gingen, sondern, warum gingen diese Zuschauer SO SPÄT aus dem Saal? Kurz vor Filmende?

Skalpierte, namenlose Nazis sorgten für ein Raunen im Publikum, aber erst als die Führungsriege des Nationalsozialismus in einem tosenden Flammenmeer umkommt und man Hitler von Maschinengewehrkugeln zerfetzt sieht, da gehen die Menschen hinaus.

Warum? Für mich war es befreiend diese Fantasie zu sehen. Von Klein auf bekommt man als Deutscher die Schrecken des 2. Weltkriegs, des Holocaust vorgehalten und fühlt sich schuldig. Im Deutsch- und Geschichtsunterricht wird die NS-Zeit behandelt wie sonst kein anderes Thema. Die Verarbeitung unserer Vergangenheit ist äußerst wichtig, aber irgendwann kommt der Punkt, an dem die zehnte Dokumentation über “Hitlers Helfer” nur noch eines erzielt: Verherrlichung.

“Walküre” mit Tom Cruise war ein einziger Nazi-Porno. Der edle, deutsche Soldat, intellektuell und liebender Vater und Ehemann, ringt mit seinem Gewissen und beschließt Hitler in die Luft zu jagen. Der Nazisoldat als Gutmensch. Ich möchte den Widerstand nicht angreifen, aber er hat nicht energisch genug gehandelt. Hitler war ein Mensch, er war nicht mehr und nicht weniger und ein Kissen auf seinem Gesicht hätte ihn im Schlaf ersticken können, eine einzige Überdosis eines seiner Medikamente hätte ihn töten können. Aber er starb durch seine eigene Hand und das hätte man ihm verwehren müssen, dadurch hat er sich zu einer Legende gemacht. Wenn Hitler auf dem Spiegel-Titelbild ist, steigen die Verkaufszahlen sprunghaft an… Wir hassen diesen Mann, ich hasse ihn leidenschaftlich.

Er ist ein Monster, er ist eine Legende, ein Mythos.

Inglourious Basterds entmystifiziert ihn und seine Kumpane. Göbbels, den alten Klumpfuß, stellt der Film als Widerling da, der er sicher war, aber eben nur als einen Menschen. Hitler stirbt einen unrühmlichen Tod und es wird nichts glorifiziert daran, er wird einfach erschossen. Zack. Keine Zeitraffer, keine heroischen Taten, er ist nur einer von vielen Menschen die im Kugelhagel sterben.

Die Basterds scheitern in ihrem Vorhaben fast, aber schlussendlich endet der Krieg durch eine Intrige und sie ziehen ihr boomendes Nazi-töten-Business bis zum Ende durch. Diese Kompromisslosigkeit, auch die von Tarantino, imponierte mir sehr, er wirft die Wirklichkeit über Bord und entwirft dieses Zerrbild, das sich immer noch sehr echt anfühlt und einem kalte Schauer beschert.

Quentin Tarantino kann uns durch diesen Film ein Schreckgespenst nehmen, zumindest kurzzeitig und auch nur, wenn wir uns darauf einlassen.

Samstag, August 15, 2009

Warum ich niemanden töten möchte

Das hier ist mein Kriegsdienstverweigerungsantrag, auf 3 Seiten musste ich begründen, warum ich keinen Dienst an der Waffe leisten kann. Alles was da steht, würde ich so unterschreiben… Stop, das habe ich ja ;-)

Es ist mir sehr ernst damit gewesen und ich habe es lange heraus gezögert, es zu schließlich zu schreiben. Einige der Punkte, die ich anführe, kamen mir in den Sinn, als ich auf einer abgegangenen Lawine in den Allgäuer Alpen einen Weg suchte, der mich nicht in den Abgrund stürzen ließ.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich verweigere den Kriegsdienst aus Gewissensgründen und dies möchte ich Ihnen nun ausführlich darlegen:

In einem gesunden, wohl behüteten Elternhaus aufgewachsen, erhielt ich schon früh eine stark christliche Prägung. Ab dem Vierten Lebensjahr besuchte ich den katholischen Kindergarten in Stetten, im frühen Umgang mit anderen Kindern lernte ich, dass Gewalt keine Lösung ist. Niemals.
Ich lehne jede Art von Gewalt ab, besonders politisch oder religiös motivierte Gewalt gegenüber anders denkenden, anders gläubigen Menschen.
Es muss das Ziel einer Gesellschaft sein, den Frieden zu wahren und ein gutes Leben für ausdrücklich alle Mitglieder zu schaffen. Die Suche nach alternativen Lösungen für Konfliktsituationen muss einen Kompromiss ergeben, bei dem eine Seite zwangsweise den Kürzeren zieht und dies zum Wohl aller akzeptiert. Ohne Blutvergießen und Kettenrasseln.
Ich wurde protestantisch konfirmiert, habe mich intensiv mit meinem Glauben auseinandergesetzt und las einen Großteil der Bibel, was mir unsere Geschichte und die gesellschaftlichen Fehler der Vergangenheit sehr deutlich machte. Auch wenn ich mich nun nicht als gläubigen oder gar gottesfürchtigen Menschen bezeichnen kann, und mein Verständnis von Ethik und Moral sich nicht allein auf den Glauben begründet, in dem ich aufgewachsen bin, stehe ich doch zu den Idealen, für die das Christentum heute steht:
Nächstenliebe, Mitgefühl. Humanität.
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“, ist die prägnanteste mögliche Zusammenfassung. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass dies nicht mit einem Dienst an der Waffe zu vereinbaren ist, der erfordern würde, dass ich auf Befehl einen anderen Menschen verletzen oder gar töten müsste.

Ich war niemals ein Mitläufer und habe mir immer meine eigenen Gedanken gemacht. Unhinterfragt auf Befehl eines Vorgesetzten hin zu handeln würde meine Freiheit, meine Meinung einschränken und mich gegebenenfalls daran hindern, das Richtige zu tun. Ich müsste gegen besseres Wissen und Gewissen Folge leisten, andernfalls drohten mir Strafen, die mich zwingen würden mein eigenes Wohl über das meines „Feindes“ zu stellen.
Der Kriegsdienst würde es erfordern, dass im Training meine Hemmschwelle zum Schießen auf Menschen herab gesenkt würde, durch die Verwendung von Pappkameraden, die aus Karton und weit davon entfernt sind, echte Menschen widerzuspiegeln. Der menschliche Körper wird zu einem beliebigen Feindobjekt degradiert, das Wesen Mensch zu einem Ziel, das ohne Empfindung ausgeschaltet werden muss.

Tiere töten Tiere um sich zu ernähren, wir sind auch nur Tiere und Teil des Kreislaufs des Lebens. Ich esse Fleisch, aber müsste ich das Tier selbst töten, schlachten und verarbeiten, würde ich es nicht tun und eine andere Lösung wählen. Ein Verletzen oder Töten eines Tiers aus anderen Gründen als der Sicherung des Überlebens ist nicht akzeptabel.
Aber Menschen sind eben doch mehr als die meisten Tiere, da sie sich ihrer selbst bewusst ist. Alle hoch entwickelten, intelligenten, sozialen und „fühlenden“ Wesen ob Delfine, gewisse Vogelarten oder Menschenaffen, stehen mit uns auf dieser evolutionären Stufe und doch sind wir die einzigen Tiere, die ihre Umwelt nicht nur verändern, gestalten und selbst reflektiert wahrnehmen, wir können die Welt, die uns umgibt ergründen und verstehen lernen.
Das Leben eines Menschen ist in jeder Hinsicht nicht aufzuwiegen mit einem materiellen oder immateriellen Gegenstand, ob dies nun der Sieg in einer Schlacht oder ein gewonnener Meter Grenzland ist.

Nichts kann das Leben zurückgeben oder es ersetzen. Unsere Erde, mit dem Leben die sie hervorgebracht hat, ist womöglich einzigartig im ganzen Universum. Das Leben ist das höchste Gut, das wir besitzen.
Es wäre mir nicht möglich den befohlenen Mord als notwendig oder gerechtfertigt zu sehen. Ein Todesschuss bedeutet das Ende von Träumen und Hoffnungen, Liebe und Bewusstsein eines Einzelnen und er stürzt eventuell eine Familie aus ihren geordneten Verhältnissen in Trauer und Verlassenheit. Ich möchte diese Schuld nicht auf mich nehmen müssen.
Die Menschheitsgeschichte ist dominiert von Hass und Kriegen, wenn wir jetzt nichts aus unserer Vergangenheit lernen, sind wir verdammt, so weiter zu machen. Genozid, Terror, Folter.
Immer wieder werden von den Militärs Kriegsverbrechen befohlen oder gebilligt. Menschen machen Fehler. Verheerende Fehler.
Ich kenne die Schreckensbilder des Krieges aus den Medien und den Erzählungen meiner Großeltern. Es sind lebendige Erinnerungen an Dinge, die gerade einmal wenige Jahrzehnte zurückliegen.
Einfallende, halbverhungerte Russen die die jungen Frauen des Dorfs, in dem mein Großvater aufwuchs, vergewaltigten und meine Urgroßmutter nur verschonten, weil sie schon vier Kinder hatte.
Die Hungerjahre auf der Flucht, das Bombardement der Städte, die aufgeknüpften Toten am Straßenrand. Jungen, nur ein paar Jahre älter als mein Großvater damals und wesentlich jünger als ich heute, die sich geweigert hatten zu schießen, sie trugen Schilder auf denen „Ich bin ein Feigling!“ stand.
Ein Erschießungskommando, das den ältesten Bruder meines Opas an die Wand stellte, weil er desertiert war.
Mit der Schule besuchte ich die Maginot-Linie, Bunkerbauten und die Friedhöfe und das Gebeinhaus in Verdun. Ich kann es noch immer nicht fassen, Kreuze bis zum Horizont. Gestapelte Schädel.

Angesichts dieser Ungeheuerlichkeiten ist es mir unmöglich den Dienst an der Waffe zu leisten, der mich in ähnliche Situationen bringen könnte, der mich zwingen würde, anderen Menschen unbeschreibliche Dinge anzutun.
In Afghanistan herrscht Krieg, es fallen deutsche Soldaten in diesem Krieg und unser Land spricht dies nicht aus. Ich würde mein Leben nicht für die Verteidigung eines Landes geben, zumal dieses meinen Einsatz nicht zu würdigen weiß.
Ich fasse zusammen:

Alle Menschen sind gleichwertig, ihre Hautfarbe, ihre Nationalität, ihr Glaube oder Nichtglaube sind unbedeutend. Alle Menschen wollen das Gleiche für ihre Familien und ihre Zukunft.
„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ (GG; Artikel 2, Absatz 2)
Meine Erziehung, mein Wissen, meine Überzeugung lassen nicht zu, dass ich mich bewaffne und auf Geheiß töte.
Nun berufe ich mich bei meinem Antrag auf Kriegsdienstverweigerung auf das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG; Artikel 4, Absatz 3):
„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“

Mit freundlichen Grüßen,

Norman Eschenfelder

Montag, August 10, 2009

He wants to make love to the Mountain!

Ich bin gerade von einem Vorstellungsgespräch beim Naturhistorischen Museum Mainz zurück. Lief sehr gut, ich hab die Zivildienststelle!

Jetzt muss ich nur noch meinen Kriegsdienst verweigern und ich nehm das wirklich ernst, ich will nicht einfach nur die Vorgaben erfüllen, ich will meine wahren Beweggründe niederschreiben, warum ich keinen Dienst an der Waffe leisten kann!

Es geht gegen meine moralischen Grundsätze, gegen meine atheistische Ethik, die wohl ihre Bezüge auf die christlichen Grundwerte kennt, aber aktueller, nicht rassistisch, humanistisch und weniger weltfremd ist:

Alle Menschen sind gleich, niemand hat das Recht das Leben eines anderen Menschen zu stören oder gar auszulöschen.

Jedes Leben ist unglaublich wertvoll (schaut mal raus in den Nachthimmel) und keine Politik, keine von Menschen erdachte Grenzlinie in den Köpfen und auf der Landkarte ist auch nur ein Leben wert.

In diesem Universum sind wir eines von wenigen Spezies, die sich ihrer selbst bewusst sind und ihre Umgebung nicht nur annehmen und ändern, sondern auch verstehen können.

Wir sind so hoch entwickelt, dass wir für unsere Überzeugung unseren Glauben alle Vernunft in den Wind schlagen und unsere Mitmenschen töten.

Oder eben nicht, so wie ich.

Wie mach ich das jetzt dem Kreiswehrersatzamt klar?

 

Meine Liebe zum Leben, zur Natur, zur schieren Existenz kann nur ein Mann ausdrücken:

Captain Kirk

Captain Kirk is climbing a mountain, why is he climbing a mountain?

Mein Sommerhit, ein richtiger Ohrwurm.