Posts mit dem Label Betrübt :-( werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Betrübt :-( werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, Dezember 22, 2010

Nachruf: Joachim Knie (1937-2010)

Mein Opa ist gestern Nacht gestorben. Er wurde 73 Jahre alt.

Er hatte ein riesiges Herz und es hat aufgehört zu schlagen. Das ist nicht nur sinnbildlich gemeint. Sein Herz war um ein vielfaches gewachsen, damit es seinen Kreislauf am Leben erhalten konnte, nach ungezählten Infarkten und Schlaganfällen. Er war seit Jahren bettlägerig und halbseitig gelähmt.

Vor zwei Wochen hatten wir ihn ins Krankenhaus einliefern lassen, weil er Fieber hatte, gebrochen hatte und weil er schon so entkräftet war – er hatte im letzten Jahr stark abgebaut.

Es sah alles wieder so gut aus, gestern hätte er heimkommen sollen, aber dann bekam er Lungenentzündung. Ein Lungenflügel war bereits wieder abgeheilt und wir waren schon wieder voller Hoffnung, aber dann ging es bergab. Bis zum letzten Moment gab er uns noch Handzeichen – Daumen nach Oben. Er fühlte sich schwach, aber er gab nicht auf.

Seit Sonntag war ich jeden Tag bei ihm gewesen und es hat sich für mich angefühlt wie eine Ewigkeit, Montag hatte ich den halben Tag Wache gehalten, noch mit ihm geredet.

Und am Dienstag sagte uns der Arzt, dass es nicht gut aussehe, aber dass sie alles versuchen würden. Mein Patenonkel, meine Oma, meine Eltern, mein Bruder und ich waren gestern bei ihm, den ganzen Tag und dann, als wir dachten, er wäre stabil und wir gingen, kaum waren wir aus dem Haus, hörte er auf zu atmen.

Ich habe nichts Herzergreifenderes gesehen und werde auch nichts Herzergreifenderes mehr sehen als meine Großmutter, die gestern am Totenbett meines Großvaters nicht nur ihren Mann, den Vater ihrer Kinder und Großvater ihrer Enkel verloren hat. Es tut so weh.
Er war die Liebe ihres Lebens. Sie waren mehr als 50 Jahre verheiratet, in Guten wie in Schlechten Zeiten haben sie immer zusammengehalten. Und von Beidem gab es genug.
Es gab Streit, wir sind eine laute, emotionale Familie.

Aber nun ist er weg und wir müssen damit leben.
Denn das Leben geht weiter.
Und das ist beschissen.
Wir können keinen Pausenknopf drücken um uns zu Sammeln, um Durchzuatmen.

Kann es jedesmal so dramatisch und schmerzhaft sein, wenn jemand stirbt?

Mein eigenes Verhalten grenzte gestern an Hysterie, zum Beispiel, als ich mich schon am Morgen von ihm verabschiedete, weil ich es ganz einfach wusste... ich wollte, dass er bei vollem Bewusstsein war, dass er noch mit mir reden konnte. Ich weine schon wieder...

"Mein Bub.", sagte er, als ich ihm gestanden hatte, wie sehr ich ihn liebe und wie dankbar ich ihm bin.
Ich musste mich im Bad einschließen und stumm schreien.

Niemand nimmt mich in den Arm, bin jetzt gerade alleine, meine Eltern sind zu meiner Oma, müssen sich jetzt um alles kümmern, was ansteht. Ich will es eigentlich gar nicht wissen.

Nase putzen.

Er war der beste Opa, den man sich wünschen kann. Er hat jeden Spaß mitgemacht, hat mit uns gespielt und wenn wir zusammen ferngesehen hatten, durften wir uns immer an ihn kuscheln. Er hat seine Kinder, seine Enkel immer sehr geliebt. Er war immer so stolz auf uns.
Er war ein so guter Mensch.

Natürlich hatte er auch Fehler, er konnte jähzornig sein, eifersüchtig und sehr dickköpfig. Aber das ist alles vergessen. Man muss sich an die guten Dinge erinnern. An Silvester vor zehn Jahren, den Jahrtausendwechsel, den wir zusammen begangen hatten. Das Grillen im Garten. Die kleinen Dinge.

Jetzt, nachdem meine Oma sich jahrelang für ihn aufgeopfert und ihn gepflegt hat, hat er sie allein gelassen und sie sieht keinen Sinn mehr im Leben. Sie kann nicht allein wohnen, heute Nacht war sie bei meinem Onkel, ich glaube ja nicht, dass sie irgendeine Dummheit machen würde…

Steven und ich haben, bevor wir zu Bett gegangen sind, noch auf unseren Opa angestoßen und Whiskey getrunken und uns lange unterhalten. Das fühlte sich einfach richtig an. Ich glaube, er hätte das gut gefunden.

Donnerstag, Januar 21, 2010

Beerdigung

Ich habe nicht weinen können/müssen und das bedrückte mich, auch nicht auf der Beerdigung selbst. Der Ärger über die Beerdigungszeremonie hat die ganze Zeit überwogen. Der spanische Pastor hat sich verhaspelt, war unverständlich und sein fispeliger Gesang war eine Qual.

Ich habe es nicht geschafft zu Trauern. Ich mochte meinen Großonkel und bedauere, ihn nicht mehr gesehen zu haben. Aber jetzt, als meine Mutter mir eben sagte, dass seine Schritte noch im Schnee sind, der jetzt gerade wegtaut… muss ich heulen.

Es ist dieses Bild, das mich so bewegt. Onkel Wolfgang ist tot und begraben und seine letzten Spuren im Schnee schmelzen dahin.

Er wurde im Grab seiner Eltern beigesetzt, dass das Familiengrab nun weiterbesteht finde ich gut, es ist einfach Richtig so.

Onkel Wolfgang war mit 16 kurz vor Kriegsende eingezogen worden, war dann mit seiner Mutter und seinen Brüdern auf der Flucht gewesen und hat sein ganzes Leben lang schwer gearbeitet. Er hatte Metallgewebe in die Bauchdecke eingezogen bekommen und was weiß ich nicht für Operationen hinter sich und er hatte auch die Entfernung eines Lungenkrebstumors gut überstanden und dann kommt eine Infektion daher und reißt diesen aktiven Achtzigjährigen, der bis zuletzt selbstständig war und noch allein Einkaufen fuhr, aus dem Leben.

Ich bereue, ihm nicht mehr Zeit gewidmet zu haben. Seine Frau bleibt allein zurück, sie sieht schlecht und ist auf Hilfe angewiesen. Im Nachhinein kann man es immer nur Bedauern, nicht mehr getan zu haben. Diesen Fehler machen wir nicht mehr.

Mittwoch, Januar 06, 2010

Blog out of Hell

Ich fühle mich nicht gut. Ich glaube, es liegt daran, dass ich mit meinen Fortschritten bei der Entwicklung von “Mitakuku” einfach nicht zufrieden bin. Ich möchte fertig sein und endlich schreiben. Ich kann es auch nicht beschleunigen, immer, wenn ich den Eindruck habe, jetzt ist mir etwas Gutes eingefallen, dann weiß ich, dass ich schon seit Tagen unterbewusst daran gedacht habe, dass es einfach so lange dauert, bis die Puzzleteile das Bild ergeben.

Und in meinem Kopf läuft Meat Loaf mit “Bat out of Hell” Amok, weil ich ihn mir beim Warten auf meinen Bruder vor der Schule zu lange angehört habe. Immer diese Ohrwürmer!

 

Ich betreibe wieder meinen Katy-Perry-Exorzismus und höre mir das Lied in Schleife an, bis mein Hirn es abstößt, obwohl ich es ja eigentlich mag. Wagner-Rock ist geil!

Ganz am Anfang dieses Eintrags standen etwa 40 Zeilen Text, die ich aufgrund ihrer Überflüssigkeit entfernt habe. Es ging um meine Einstellung zu dieser Art von Publikation und Selbstbeschränkung, um persönliche Erfahrungen, die man der Öffentlichkeit preisgibt, die Niemanden interessieren.

Ich führe es jetzt doch noch etwas aus:

Überall wird das persönliche Bloggen weniger, manch einer stirbt gar vom Blog-Sterben. So ein Schwachsinn. Die Leute, die früher auf statischen Blogs von ihrem langweiligen Alltag berichteten, tun das heute woanders und mit Twitter kann ich ganz einfach nichts anfangen, da ich immer lange Sätze mit vielen verschachtelten Kommasätzen und ganz vielen Zeichen schreiben muss.

Ich bleibe eine letzte Bastion des irrelevanten, persönlichen, unsachlichen Bloggens in der Form die ich in den Nuller Jahren gewählt habe, auch wenn wir jetzt 2010 haben und es jetzt total trendy ist, seine Gefühle und Alltäglichkeiten auf Facebook, WKW oder so seinen Freunden und Feinden kundzutun.

Verdammt, ich brauche SOMMER!

Montag, September 07, 2009

Was macht der Norman?

Ich muss inzwischen meinen Denk-Hut aufsetzen, damit ich etwas zu Papier bringe. Mein brauner Akubra Federation Deluxe hilft mir meine Gedanken zu kanalisieren und die Außenwelt (mein Bruder, der mich ruft, weil irgendeine Betriebsschlampe ihre Hupen vergrößern lassen will und das im Fernsehen machen muss) aussperrt.

Eigentlich wollte ich jetzt hauptberuflich Schriftsteller sein, aber inzwischen bin ich doch wieder nur ein zielloser Penner, der bis in die Puppen schläft. Heute war es ELF Uhr und ich wollte um HALB NEUN aufstehen, aber mein Wecker steht im Bad, da irgendjemand (mein Bruder) sich den ausgeborgt hat. Er ruft immer noch nach mir, aber mein Denk-Hut hilft mir, meine Konzentration auf diesen Blog-Post zu richten.

Erstmal zu den technischen Neuerungen.

Ich nutze jetzt Opera, bin vom Firefox weg und versuche es knallhart durchzuziehen. Der Mozilla Browser war mein Liebling seit sieben oder acht Jahren, das fällt schon schwer, aber irgendwann will man sich ja verbessern. Opera braucht weniger Ressourcen, ist weniger fehleranfällig und bringt alle tollen Features, die man beim Firefox dazuinstallieren kann, von Haus aus mit.

Als die zehnte Programmversion vorige Woche erschien, hab ich es EINFACH GETAN!

Opera verbindet Browser UND Mailclient, deshalb konnte ich auch den lahmarschigen Thunderbird (der immer noch fünftausenddreihundertsiebenundneunzigmal besser als Outlook ist) in die Tonne treten.

Für mein Blogging habe ich immer noch keinen adäquaten Ersatz gefunden und für jeden Eintrag muss ich erst die Virtuelle XP-Maschine anwerfen und booten. 10 Sekunden, die ich mir nicht gönne und deshalb gab es wenige Einträge in den letzten Tagen.

Da gibt es schon ein paar nette Programme unter Linux, Drivel etwa oder BLOGtk, aber die sind unkomfortabel, da sie kein What-You-See-Is-What-You-Get bieten, so wie es der Windows Live Writer kann. Ich möchte ihn so gerne auch abschaffen, schließlich belegt die Virtuelle Maschine schon 7 GB und ich brauche sie nur noch für den Live Writer!

Für mein altes IBM Thinkpad 600e hatte ich eine neue BIOS-Batterie gekauft, ich hänge so an diesem alten Schätzchen, obwohl es nach zehn Minuten stinkt, als würde es in Flammen stehen. Nach drei Wochen kam sie dann schließlich aus Hongkong und ich beginne heute morgen das Thinkpad-Notebook zu zerlegen, während ich zeitgleich das Hochzeitsvideo meiner Cousine, das ich gefilmt hatte, auf meinem viel neueren Hewlett-Packard-Notebook mit Kino auf Platte ziehe. Ich hatte das Notebook bereits dreimal bis auf die letztes Schraube zerlegt und wieder zusammengebaut, okay, eine hab ich irgendwann verloren, aber das ist nicht weiter tragisch. Meine Ausweidearbeit hatte zwei Ziele:

  1. Einbau der neuen Batterie, damit der Fehlercode nicht mehr kommt, der das Booten verhindert.
  2. Reinigen der Platine und des Lüfters, um die Hitzeentwicklung und den damit entstehenden Gestank nach brennenden Schaltkreisen abzuschaffen.

Ziel 1 hab ich erreicht.

Aber das Notebook stinkt immer noch und mein Versuch Xubuntu zu installieren (Ubuntu mit Xfce-Windowmanager, ist ressourcenschonender) ist gescheitert.

Für dieses stinkende Notebook hab ich mir ein Original-IBM-Externes-Diskettenlaufwerk gekauft, 7,60 inklusive Porto ist nicht die Welt, aber trotzdem. Ich darf nachts nicht mehr surfen! Da kaufe ich nur Dinge, die ich am nächsten Morgen bereue.

Die Xubuntu-Installation scheitert mit großer Wahrscheinlichkeit an der alten BIOS-Version des Thinkpads und für ein Update benötigt man ein Diskettenlaufwerk. Die Wege des Normans sind unergründlich. Deswegen habe ich es mir gekauft. Ich wusste das doch alles schon, von meinem letzten Versuch in den Weihnachtsferien. Damals hatte ich dann mit Ach und Krach Suse 9 auf die alte Kiste installiert.

Am besten ich verkaufe das Thinkpad mit Dockingstation und externem Laufwerk für 100 - 150 Euro bei ebay, dann spare ich Zeit und die Euronen kann ich in einen Flachbildschirm investieren, meine alte 17”-Röhre kann ich mir nicht auf den neuen Schreibtisch pflanzen und der Computer muss aus dem Wohnzimmer raus, ich brauch den an meinem Tisch. Einen iMac und einen eMac hab ich auch noch hier rumstehen, drei weitere alte PCs die nur noch beim Alteisen Zweifuffzisch rausspringen lassen.

Ich hab keine Kohle und NICHT zu konsumieren ist schwer, aber ich schaffe es.

Da sind nur die Sachen, die ich so gerne hätte…

Victor Gischler, mein literarisches Vorbild, wenn man so will, hat einen neuen Roman veröffentlicht, er kostet 10 Euro und ich kann ihn mir nicht leisten, da das ein Dreißigstel meines Arbeitslosengelds ist und ich mein Budget für unüberlegte Käufe bereits überschritten habe, mit dem Kauf von zwei Romanen von Walter Kirn (insgesamt nicht einmal 5 Euro) und diesem Scheiß-Diskettenlaufwerk.

Ich habe begonnen Matt-Helm-Romane zu lesen (die kosten das Stück 2 oder 3 Euro bei ebay ;-D), da wird dann bald eine große Aufarbeitung folgen.

Frank Schirrmachers “Das Methusalem-Komplott” beschäftigt mich noch immer sehr, dazu hatte ich auch ein Posting begonnen, vielleicht wird das ja fertig…

So, jetzt zu MEINEN Büchern.

Mitakuku, das Buch zwischen Kubilabala und Kimali, ist mein aktuelles Projekt!

Diesmal werde ich wie ein Profi arbeiten, ich will die Anfangszeiten meiner Schriftstellerkarriere endlich hinter mir lassen und aus meinen Fehlern lernen ;-)

Zunächst steht der Plot, der wird ausgearbeitet, Szene für Szene, dann wird geschrieben, nicht so wie bisher. Da hatte ich ein Bild im Kopf und hab es niedergeschrieben, dann rumgedoktert und gebastelt, bis alles passt.

Das mache ich gerade mit Kubilabala. Ich zerpflückte die ersten Kapitel und arbeitete mit meinem Text wie mit Filmmaterial, schnitt es um, beleuchtete andere Partien. Ich will in den nächsten Wochen fertig werden und dann VERÖFFENTLICHEN! ENDLICH!

Morgen streiche ich das Holz auf dem Balkon, schleife über den Heizkörper aus dem Bad drüber, lackiere ein paar Stellen neu, fahre mit meiner Oma zu meinem Opa ins Krankenhaus, gehe für meinen Vater im Künstlerbedarf Pinsel einkaufen und hole dann meinen Bruder von der Schule ab. Da war ich noch nicht im Fitnesscenter, hab noch nix gegessen und meine Post noch nicht gemacht, meine Mails nicht gelesen und meine Blogs abgegrast um nah am Puls der Zeit zu bleiben.

Ich werde wieder nicht zum Schreiben kommen.

Was bleibt noch zu sagen?

Ich habe begonnen Mundharmonika zu üben, ich hab mir eine Hohner SilverStar beim Musikhaus Raab in Alzey gekauft. Gutangelegte 10 Euro. “All when the saints go marching in” kann ich schon zur Hälfte.

Mit dem Bending habe ich mich noch nicht befasst, ich werde auf jeden Fall wieder Blockflöte üben, das konnte ich ja schon mal.

Heute bin ich schon wieder auf “Ca Plane Pour Moi” gestoßen, einen New-Wave-Song aus Frankreich, das Original war von Plastic Betrand und ziemlich shiny. Innerhalb weniger Tage hab ich das Video davon auf YouTube gesehen, zufällig und dann auf ARTE, dann war das Lied zufällig auf dem neuen Nouvelle-Vague-Album gecovert und auch Boss Hoss haben eine Version davon.

Googlet mal, ich will, dass ihr es selbst entdeckt :D

Am Freitag war ich in Mainz um Rücksprache mit dem Museum zu halten, ich hab eine Privatführung gekriegt. War sehr interessant und hat viel Spaß gemacht. Ich kann es kaum erwarten endlich da anzufangen, im Lager PRÄPARIERTE Tiere (sage niemals ausgestopft – NIEMALS) rum zu wuchten, Knochen abzustauben und dann wenn die Grabungssaison beginnt mit Schaufel ganz Rheinhessen nach Deinotheriumzähnen umzupflügen.

Kaum bin ich außer Reichweite der Bundeswehr greifen sie nach meinem Bruder, heute kam sein Musterungsbescheid.

Ich trinke in letzter Zeit häufig Roiboos-Tee, sehr lecker und bekömmlich.

So, jetzt hole ich mir meinen Wecker zurück aus dem Bad!

Freitag, Juni 26, 2009

Ich verfluche hiermit jeden, der sich schon Verschwörungstheorien ausmalt!

Michael Jackson ist tot!

Er war eine Kunstgestalt durch und durch, hat sich selbst zu einem entrückten Wesen gemacht…

und zu einem Krüppel.

Grafik von Spiegel Online geklaut.

Sein Album “Thriller” ist für mich eines der wichtigsten in der ganzen Musikgeschichte und “Beat it” ist der Track meines Lebens. Ich hatte ihm das geplante Comeback so sehr gewünscht und das er jetzt so sterben musste ist tragisch. Ohne Show

Freitag, Juni 19, 2009

Was geht bei mir so ab?

Mmh, ich wurde überraschenderweise doch nicht übernommen und war stinkig auf meinen Ex-Chef und meine Ex-Kollegen. Inzwischen bin ich arbeitslos gemeldet und habe nächste Woche ein Vorstellungsgespräch. Die Dinge ändern sich oft innerhalb einer Woche DRASTISCH.

Ist keine Freude!

Mein Opa ist aus dem Krankenhaus zurück, er wollte unbedingt nach Hause, die Zustände im Krankenhaus in Worms sind unter aller Sau. Sein Bettnachbar musste ihm beim Essen helfen und hat sich sehr gut um ihn gekümmert. Schwestern gibt es schon, nur sind es zu wenige und die haben keine Zeit für meinen Opa. Deshalb liegt er auch mal einen Tag in seiner Scheiße, weil ihm niemand die Windeln wechselt. Ein Hoch auf unser Gesundheitssystem.

Er braucht einen Herzschrittmacher, ich persönlich halte das Risiko für ihn zu groß, aber es ist seine Entscheidung und die nehme ich ihm auf gar keinen Fall. Er wird sich später wieder einweisen lassen, in ein oder zwei Wochen und dann die OP durchführen lassen.

Mein Bruder ist seit letztem Sonntag auf Klassenfahrt, am dritten Tag ist er schwer gestürzt und muss nun die Kajüte des Segelschiffs hüten, durfte nicht an Land und musste unter Deck bleiben. Er hat eine Platzwunde am Kopf und sein Knie ist dick geschwollen und das Verbandszeug ständig von gelblichem Wundwasser durchtränkt.

Vor Sorge konnten wir alle deswegen kaum schlafen. Meine Mutter hat Angstzustände bekommen und ich hatte mehrere böse Träume, die davon handelten, dass Steven etwas zustößt.

Trotz allem bin ich gut auf dem Dampfer. Ich möchte gerne wieder ins Studio trainieren, aber das ließ sich bisher nicht einrichten, hab zuviel zu tun. Kündigungen schreiben, kann mir nicht mehr alles leisten, was ich mir geleistet habe. Dokumente vom Arbeitsamt ausfüllen, Telefonate führen, Lebenslauf aktualisieren, Zeugnisse einscannen. Im Garten die alte Schaukel abreißen, weil das Holz morsch ist und dann noch im Keller aufräumen. Hab ‘ne ganze Menge weggeworfen, alte Zeitungen, Schuhe.

Morgen, oder besser, JETZT-HEUTE werde ich 22 und meine halbe Familie und alle Freunde werden da und ich werde total überfordert damit sein, es allen Recht machen zu wollen.

Es gibt Kuchen, Torten, Schnitzelpfanne und Chili con Carne.

Serviert wird im Garten, unter dem Pavillon, dessen Gestänge ich eben mit Duct-Tape gefixt hab.

Was anderes, habt ihr rechts die “Cloud” bemerkt?

Bei so vielen Schlagworten ruckelt sie ein bisschen ist aber sehr beeindruckend und schick, oder?

Donnerstag, Juni 04, 2009

David Carradine ist tot!

Die meisten werden ihn als Bill kennen, Chef des Attentatskommandos Tödliche Viper aus dem Film Kill Bill. Ich aber bin mit diesem Mann aufgewachsen, er war ebenso ein Teil meiner Kindheit wie Knight Rider und A-Team. Als Cane in der Serie Kung Fu zog er von Wüstenkaff zu Wüstenkaff und lehrte bösen Jungs das Fürchten und den braven Bürgern und den Zuschauer fernöstliche Weisheit. Bewaffnet war er mit einer Flöte und seinen leeren Händen.

 

Freitag, Dezember 26, 2008

Eartha Kitt ist tot

Eartha Kitt starb am 25. Dezember 2008 im Alter von 81 Jahren an Darmkrebs. Sie wurde die "Königin der Nachtclubs" genannt und ich habe sie schon früh als Catwoman kennengelernt.
Außerdem sang sie mein Lieblingsweihnachtslied.
Ihr Tod hat mich überrascht, sie war bis zuletzt sehr fit gewesen.



Eartha Kitt with Friends - Santa Baby



Eartha Kitt - I Want To Be Evil

Montag, Dezember 08, 2008

Californication läuft jetzt um 23:15 Uhr!

OOOOH RTL2!

Wie konnte ich nur den Fehler machen und euch trauen?

Der Sender hat wieder Big Brother ins Programm genommen, diesmal mit hirntoten Zombies. Nein, entschuldigt, das war die letzte Staffel. Dafür muss jetzt Californication weichen, meine derzeitige Lieblingsserie.

Ich habe eben schon eine erboste Mail an die Presseabteilung geschrieben:

Hallo Herr XXX,

ich weiß, sie sind nicht für das Programm
bei RTL 2 verantwortlich, aber ich konnte nur ihre Mailadresse auf die
Schnelle ausfindig machen, deshalb entschuldige ich mich bei ihnen und
hoffe, ich finde dennoch Gehör mit dieser Mail.


Womöglich sind ein Großteil der RTL2-Zuschauer arbeitslos und der
Unterschicht zuzordnen, wie man ja heute jeden Bürger nach seiner
Gehaltsabrechnung in eine Schublade steckt, doch denkt bei ihnen
niemand an die hartarbeitende Bevölkerung, zu der ich mich zähle?


Denkt niemand an die Leute, die morgens um 5 aufstehen, 2 Stunden zur
Arbeit brauchen, dann 8-10 Stunden eine scheinbar sinnbefreite
Tätigkeit ausüben um dann wiederum 2 Stunden nach Hause zu fahren, mit
dem alleinigen Ziel vor Augen etwas zu essen, Californication um
Viertel nach zehn zu sehen und dann schleunigst ins Bett zu hüpfen,
damit sie wenigstens die minimalste Funktionsfähigkeit ihrer grauen
Zellen gewährleisten können?


Seit 20:15 Uhr läuft jetzt Big Brother. Ist es schon die 21. Staffel? Es kommt mir so vor.
Ich
muss gestehen, ich habe in meinem Leben nicht auch nur eine Folge
dieses Formats gesehen. Wenn ich mir zwischenmenschliche Unterhaltung
geben möchte, spreche ich mit meinen Freunden und meiner Familie. Da
brauche ich keine hirnrissigen Mittzwanziger, die weniger von Semantik
verstehen als unser toter Hund.


Ist die Sendung wirklich so dumm wie mir immer die Überschriften
der BILD-Zeitung suggerieren? Natürlich lese ich diese "Zeitung" nicht.
Ich komme nur gelegentlich an einem Zeitungsstand vorbei.


Können sie sich an den Deutschen Fernsehpreis erinnern?

Reich-Ranicki sprach mir aus der Seele. Wie ist es um unsere
Kulturlandschaft bestellt, in der Californication, eine intelligente
Serie mit zynischem Humor und hohem Anspruch (im Vergleich zum
Nachbarprogramm, selbstverständlich) einer Sendung wie Big Brother
weichen muss, da diese 3 unsägliche Stunden laufen muss?


Nehmt mir jetzt noch Dr. House weg, oder verschiebt es für eine
"Bauer sucht Frau"-Farce ins Nachtprogramm, ihr verfluchten
Fernsehprogrammgestalter und ich sehe GAR KEINE öffentlich rechtlichen
Programme mehr!


Puh, Norman, pass auf deinen Puls auf!
Aber ich fühle mich machtlos gegenüber der Willkür der Programmbosse. Wieviele Sendungen musste ich schon verloren geben?!
Der letzte Fall: "My Name is Earl"

Und es ist immer derselbe Verein: RTL
Der Sender der seit Erfindung des Tetra-Paks Erfolge mit Formaten wie "Alarm für Cobra 11" und Gerichtsshows Erfolge feierte.
Wer sieht sich so etwas an? Machen die Fernsehsender eigentlich mal Umfragen auf der Straße?

Zum Glück erlaubt mir mein Einkommen den Kauf von DVDs, sonst
könnte ich mir gar nicht mehr mit adäquater Unterhaltung das Hirn
ruhigstellen, während ich zwischen zwei Arbeitstagen dahinvegetiere.


Welcher
Sender hat eigentlich die Ausstrahlungsrechte für "Young Indiana
Jones"? Das war eine Sendung, die bei all der gebotenen Unterhaltung
Wissen und Moral vermitteln wollte. Mmh, könnte das der Grund sein,
warum sie noch nie in diesem Jahrtausend ausgestrahlt wurde, wenn nicht
als Pausenfüller zwischen zwei Callingshows?


Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

Gerade erst 21 und schon verbitterteter als mein Großvater ;-)








Mittwoch, November 05, 2008

Michael Crichton ist tot!

Kein anderer Autor hat mich so sehr geprägt, unterhalten und mir Elementares über das Schreiben, über das Leben und die Wissenschaft gelehrt.

Ich habe alle seine Bücher gelesen, auf Deutsch und Englisch. Ich verdanke diesem Mann sehr viel, mein gutes Englisch und meinen ersten Roman. Danke, Michael.

Sein Tod schockiert mich. Er war erst 66 und letzte Woche dachte ich noch: "Mann, es wird Zeit, dass er mal wieder was rausbringt."
Ich wusste nicht, dass er an Krebs erkrankt war. Das hatte er nicht publik gemacht.

Ein Smilie kann meine Trauer nicht ausdrücken, Tausend können es nicht

:(


Ich möchte jetzt nicht von seinen Arbeiten sprechen, von seinen Büchern, Filmen, Serien. Michael, ich werde dich vermissen, ich habe dich seit meinem elften Lebensjahr verehrt und werde jetzt nicht damit aufhören.



http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,588758,00.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Crichton

Mittwoch, Oktober 22, 2008

Mein rechter Arm tut noch immer weh...

...vom Squash.

Ich muss das erst wieder auskurieren, ehe ich wieder trainieren kann.

Montag, September 22, 2008

Am Freitag war "Talk Like a Pirate Day"!

Der Tag, an dem man wie ein Pirat spricht und sich wenigstens eine Augenklappe umbindet und
"Arrh!", "Rafft die Segel, Männer!" oder andere Piratenphrasen benutzt um dem goldenen Zeitalter der Piratie zu huldigen.


UND ICH HABE DAS NICHT GEWUSST! Beim Klabautermann!

Nächstes Jahr wird mir das nicht passieren, Kameraden!



http://www.talklikeapirate.com/
http://www.yarr.org.uk/

Donnerstag, Mai 22, 2008

+++Vorsicht+++Spoiler+++Vorsicht+++Spoiler+++Vorsicht+++Spoiler+++Vorsicht+++

Ich komme gerade aus "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" und meine Meinung zu dem Film ist EXTREM zwiegespalten. Zum einen bin ich ja ein riesiger Harrison Ford-Fan und das schon seit frühester Kindheit. Ich bin mit diesem Mann und seinen Filmen aufgewachsen, nach der Misere mit der neuen Star Wars-Trilogie hatte ich Angst so etwas erneut mitzumachen. Eine begründete Angst.

Die Produzenten, George Lucas und Steven Spielberg, haben wirklich ALLE Punkte wahr gemacht, vor denen wir Indy-Fans uns gefürchtet haben: Zuviel CGI (fand ich aber nicht störend), Shia spielt Indys Sohn, es gibt (lebende) Aliens, fliegende Ufos und eine Hochzeit, die fast brechreiztreibend kitschig wirkt und einfach unnötig scheint.

Ich starrte mit offenem Mund auf die Leinwand, die meiste Zeit des Films über, aber nicht, weil ich über all diese Punkte entsetzt war.
Es war einfach großartig Harrison Ford - Indiana Jones - auf der großen Leinwand zu sehen, zum ersten Mal für mich. Jede Sekunde mit ihm im Bild war ein Genuss! Er war physisch immer präsent und agil und stark.

Die Darsteller waren durch die Bank großartig. Ob Shia LaBeouf (ja, diesmal richtig geschrieben) oder Cate Blanchet, es gibt nur wenig, was mich wirklich störte und das war der Schädel.
Dieser verdammte, glimmende, leuchtende Kristallschädel! Er wurde gänzlich unsubtil ins Bild gehalten, mit ihm wurden Russen niedergeschlagen, er hat nicht die Erhabenheit eines Grals, nicht die Aura der S(h)ankara-Steine.

Der Film beginnt und endet bombastisch. Er sprüht vor Humor, wir hatten viel Spaß. Höher, schneller, weiter.
Achterbahnkino par excellence!

Wer 50er-Jahre-Filme wie "Blob", "Das Ding aus einer anderen Welt", "Die Körperfresser" und "Schrecken des Amazonas" mag, wird an diesem Film seine helle Freude haben.

Er ist nicht mehr und nicht weniger als das, was Lucas und Spielberg im Vorfeld über ihn berichtet haben:
Eine Hommage an das Kino und die Welt der 50er, voller Zukunftsangst, vor dem Kommunismus und der Atombombe und den genannten Science-fiction-Filmen.
Wo die erste Trilogie eine Verneigung vor den "Serials" der 30er war, in denen mutige Abenteurer sich auf der Suche nach Schätzen durch den Dschungel schwangen und Buck Rogers mit einem Fön auf Roboter schoss, ist "KotCS" das Äquivalent der Zeit in der er spielt.

Leider wurde meine Filmfreude durch einen Fehler des Kopierwerks stark gestört, eine ganze Sequenz von sicher 20 Minuten lief nicht nur kopfüber, sie lief auf RÜCKWÄRTS!
Jeder Zuschauer erhielt einen Stempel auf seine Eintrittskarte, sodass wir uns den Film nochmal ansehen können.

Ich habe daraus gelernt, dass man nicht in Premieren geht.
Die Vorstellung nach unserer, die nur um 10 Minuten verspätet kam, konnte den Film richtig zeigen.
Naja, zumindest bekam ich noch ein Freibier, weil ich in kompletter "Gear" erschien. Hose, Hemd, Jacke, Gürtel, Waffengurt, Peitsche und natürlich Hut! Alles authentisch!
Bin sehr stolz drauf.

Ich bin bereit für Teil 5!

+++Vorsicht+++Spoiler+++Vorsicht+++Spoiler+++Vorsicht+++Spoiler+++Vorsicht+++

Freitag, April 25, 2008

Ein herber Rückschlag

Ich schreibe in Notepad++, es ist für mich der beste Texteditor überhaupt. Ich benutze ihn zum Coden meiner Homepage, ich schreibe damit meine Mails vor und ich habe damit Kimali und Kubilabala geschrieben.
Als ich heute morgen das Notebook rausholte und es anmachte, war es innerhalb von Sekunden da. Ich hatte es im Stand-Bye gehabt. Notepad++ bekam das abspeichern nicht gebacken und jetzt - zack - ist Kubilabala im Arsch.
Das ganze Buch befindet sich jetzt in einer 140 Kilobyte großen, scheinbar leeren Datei.
Ich habe keine Ahnung, wie und ob ich es überhaupt zurückholen kann.
Natürlich muss das genau dann passieren, wenn ich das regelmäßige Backup vergessen habe.
Alles in Allem werden mir so 10 - 15 Seiten fehlen, um die ich Monate gerungen habe.
Ich versuche nach vorne zu sehen, indem ich gezwungen bin die Abschnitte neu zu verfassen, werden sie sicher besser als in der früheren Version.
Es belastet mich trotzdem.
Desweiteren belastet mich, dass ich meine beiden Azubi-Kolleginnen heute im Stich gelassen habe. Sie sitzen jetzt noch immer auf Arbeit und warten darauf, dass die Druckerei für einen Job wieder hochgefahren wird, der nach Schluss reinkam und nun ultra-wichtig ist und sofort umgesetzt werden muss.
Druck von 84 Etiketten, Ausschneiden dieser großformatigen Drucke und dann das ganze auf die Eimer kleben.
Ein Zeitaufwand von etwa 3 Stunden, schätze ich und dann wäre es bereits halb neun. Ich benötige zu normalen Zeiten ziemlich genau 2 Stunden von Arbeit nach Hause und zu so später Stunde, Freitags!, ist für mich überhaupt nicht abzusehen, wann ich dann nach Hause komme.
Letzte Woche blieb ich einmal nur zwei Stunden länger, so spät verpasse ich unter Garantie eine Zugverbindung, da sich die Versäumniszeiten über den Tag hin aufaddieren. So kam mein Bus zu spät, ich rannte, um meinen Zug nicht zu verpassen, doch dieser fiel ganz unverhofft aus und infolgedessen musste ich auf die Regionalbahn ausweichen, was mich wiederum in der Zeit zurückwarf.
Mich ärgert vor allen Dingen die Ohnmacht, die ich empfinde, weil ich auf meinen Zug keinen Einfluss habe. Ich bin willfährig den höheren Gewalten ausgeliefert und wenn dies nur ein Beamter ist, der vergisst einen Schalter zu drücken.
Heute morgen saß ich eine halbe Stunde am Arsch der Welt fest, weil eine "Weichenstörung" vorlag, kam deswegen eine Stunde zu spät auf Arbeit.
Wo ich jetzt schon am Jammern bin...

Gestern hatte ich Kreislaufprobleme. Bluthochdruck, nehme ich an. Mir flimmerte es vor Augen und ich bekam richtige Hitzewallungen. Schwindelgefühl und Zittern, kamen noch dazu. Ich hatte mich übernommen und vertrug den Temperaturumschwung nicht.

Zum Glück sind diese Zustände die absolute Ausnahme und normalerweise liebe ich es währrend der Zugfahrt zu arbeiten, zu lesen oder aus dem Fenster zu gucken. Soviele meiner Freunde fahren mit der Bahn, zu den Zeiten, an denen ich fahre. Es gibt Schlimmeres (wie zum Beispiel Autobahnfahren, Staus, Drängler, Wahnsinnige, wetterumbrüche) und es ist der weg, den ich gewählt habe.
Ich stehe immer zu meinen Entscheidungen.

Ich werde ab sofort eine Flasche Ginseng auf Arbeit deponieren, mich fernöstlichen Meditationstechniken widmen oder ich gehe einfach früher als elf ins Bett und lasse meinen USB-Stick für die Back-Ups nicht mehr zuhause liegen.

Montag, Oktober 01, 2007

Unterbewusst gab es da etwas, dass mich wochenlang von der Arbeit an meinen Projekten abgehalten hat. Es war eine kleine Sinnkrise, ich wusste nicht mehr für wen und warum ich schreibe.

Ich wurde von Bekannten und Schulkameraden gefragt, warum ich schreibe, wenn ich denn nichts veröffentliche. Warum ich nichts an Verlagshäuser geschickt hätte. Sie meinten, dass sei doch sinnlos. Und ich konnte nur darauf antworten, dass meine Bücher bisher nicht gut genug waren, um verkauft zu werden. Für "Isla Hupia" traf dies sicher zu und schon bei diesem ersten Buch hatte ich zudem das Problem, dass ich aus rechtlichen Gründen keine Veröffentlichung anstreben konnte. Es handelt sich ja um eine Fortsetzung von Jurassic Park und ich habe mich großzügig bei Michael Crichton bedient. Ich besitze ja keine Rechte an Crichtons Geschichte und deren Charaktere.

In meinem zweiten Roman "MaryJanes Son" hatte ich dieses Problem nicht, er entstammt komplett meiner Feder, ich habe für ihn nirgends abgekupfert oder bereits existierende Figuren verwendet. MJS ist kein schlechtes Buch, wie ich finde, es hat so ziemlich alles, was ein guter Roman braucht. Es gibt starke Charaktere, die lebendig sind, die Handlung ist spannend und actionreich, es gibt Intrigen und Schießereien und worauf ich besonders stolz bin, eine einfühlsame Liebesbeziehung. Doch jeder Versuch es zu überarbeiten ist bisher gescheitert, ich hatte zunächst versucht MJS als Mehrteiler anzulegen, hatte eine mysteriöse Rahmenhandlung entwickelt und dafür das Buch künstlich aufgebläht, was ihm nicht gut bekam. Ich brach es ab und jetzt habe ich gar nichts, weder die alte Fassung ist korrigiert, noch die neue aufgeblähte, seelenlose Fassung.
Ich habe jetzt herausgefunden, was MJS fehlt. Ich muss es zusammenkürzen, ich muss all diese unnatürlichen Einschübe, die mehr von der zurückliegenden Geschichte der Hauptfigur Johan van Nistelrooy verraten, entfernen. Ich glaube, dass was MJS ausmacht, ist dieses Geheimnis um seine Herkunft und man darf nicht zuviel darüber wissen.

Ich weiß jetzt wieder, dass ich nur für mich schreibe und das ist das Wichtigste überhaupt, dass ich mir treu bleibe und meine Bücher nicht verschandele, nur um sie massentauglich zu machen. Sollte es jemals jemanden geben, der die Bücher liest, wird er genau das daran zu schätzen wissen, dass es MEINE Bücher sind, dass niemand anderes sie hätte so schreiben können wie ich es getan habe.
Darauf musste ich jetzt erst einmal wieder kommmen, diese Erkenntnis verdanke ich Andreas Eschbach. Mit den vielen Tipps zum Schreiben auf seiner Homepage, hat er mir immer wieder geholfen.

Mein dritter Roman "Kimali" hatte ein Problem, das ein wenig anders gelagert ist. Begonnen als Kurzgeschichte hat "Kimali" sich zu einem über 500-seitigem Roman entwickelt, zu einem James Bond-Roman und jetzt hatte ich wieder das altbekannte Problem.
Ich darf den Namen des großen Geheimagenten nicht verwenden!
ES war mir die ganze Zeit egal, aber nachdem das Buch so GUT geworden ist, habe ich wieder die Hoffnung etwas geschrieben zu haben, dass sich verkaufen ließe, das wirklich so gut ist, dass ich mich niemals dafür schämen könnte.
"Kimali" hat alles, was ein Bond-Roman braucht und das in Fülle, es gibt Action, Spannung, schöne Frauen und einige Überraschungen die auch mich verblüfften, als sie sich auftaten. Ich bin sehr stolz auf "Kimali".
Auf die Lösung für dieses Problem hat mich auch wieder Andreas Eschbach gebracht, wofür ich ihm sehr dankbar bin:
Ich brauche den Namen nicht!
Mein Held hat nur wenig mit Ian Flemings James Bond zu tun und das war Absicht, ich wollte den Mythos abschütteln und ihn zu den Ursprüngen zurückbringen, denn ich bin ein Fan der Fleming-Romane. Ich brauche den Namen für meinen Helden nicht, doch in Anlehung an die übliche Praxis, Agenten in Bond-Manier, die Initialen JB zu verpassen (Jack Bauer, Jason Bourne), wird meine Hauptfigur Jérôme Beaumont heißen.
Ein wagemutiger Schritt, da er viele Umbauarbeiten bedeutet, aber er ist notwendig um "Kimali" eigenständig und lebensfähig zu machen.
Ich darf mich nicht mehr davor scheuen... ich werde es tun. "Strg" & "H", ersetze "James" durch "Jérôme", ersetze "Bond" durch "Beaumont".
Puh, es ist erledigt, naja, nicht ganz, es müssen im Text alle Bezüge auf den MI6 und Beaumonts Vergangenheit als Bond vernichtet werden. Handarbeit und natürlich grammatikalische Anpassungen.
Jérôme Beaumont.
Der Name selbst kam mir einfach in den Sinn und da er die Initialen trägt, werde ich ihn nutzen. Beaumont ist der Autor des Romans, den ich gerade lese und Jérôme war einfach da, als ich dachte, dass Beaumont der Nachname meines Heldes sein könnte.
Die Entwicklung des Namens war also ein organischer Prozess und das macht ihn glaubwürdig, ich habe ihn aus keinem Telefonbuch und habe ihn nicht lange konstruiert und wenn ich jetzt so durch den Text scrolle und ihn lese, weiß ich nicht mehr, warum da vorher James Bond stand.
So wird "Kimali" zu einer Hommage, kein hoffnungsloser Abklatsch mehr.
So wird "Kimali" bereit für die Fortsetzung "Mitakuku", die als Bond-Roman sicher nicht so gut funktioniert hätte, wie sie es als "Raubtier-Roman" tun wird.

Dienstag, September 11, 2007

Das Leben zieht an mir vorbei... 6 Jahre
Heute vor 6 Jahren war auch 11. September, DER 11. September. Ich weiß noch genau, was ich an diesem Tag getan habe, ich kann mich noch an fast jede Einzelheit erinnern, ich weiß noch, wie geschockt ich war, als ich den zweiten Turm live einstürzen sah, wie sehr mir bald die ständige Berichterstattung auf den Zeiger gegangen war und ich mich dabei schlecht fühlte.
6 Jahre sind seitdem vergangen und diese Zeit ging so schnell vorbei, das Leben zieht an mir vorbei und ich beginne meine Sterblichkeit wahrzunehmen. Das klingt jetzt total bescheuert, von einem Zwanzigjährigen, aber so ist es.
In der Unterhaltung mit meinen Großeltern schwingt dies immer mit, wie schnell so ein Leben sich dem Ende neigt, wie schnell es vorbei ist, ehe es richtig angefangen hat. Unsere 70-80 Jahre auf Erden sind nicht genug, es ist niemals genug Zeit.

Was mich betrübt ist: Jeder Tag ist wie der vorherige und so verschwimmt die Zeit, was ja ein rein subjektives Empfinden ist.
Dabei wäre ich doch froh, würde sich niemals etwas ändern, würde sich NICHTS bis in alle Ewigkeit ändern, wäre jeder Tag so wie der gestrige.
6 Jahre! Soviele schlimme Dinge sind in diesen letzten Jahren passiert, ich empfinde Ohnmacht, wenn ich an die nahe Vergangenheit denke. Ob das plötzliche Sterben eines Onkels, die Krankheit meines Großvaters, die dramatische Verschlechterung seines Zustands oder den Verlust, den meine Großeltern durchmachen mussten, als sie Haus und Hof verlassen mussten, weil ihre Schuldner den Pflichten nicht nachkamen und weil der deutsche Rechtsstaat sie in die Knie zwang. Ohnmacht, weil ich weiß, wie wenig ich ausrichten kann, wie wenig Macht ich habe.

Verdammt, bin ich heute wieder in melancholischer Stimmung!