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Montag, Juni 28, 2010

Beginn der Grabungssaison!

Ich bin ab morgen für eine Woche in Eckfeld, danach für mehrere Monate in Eppelsheim auf paläontologischer Ausgrabung – im Rahmen meines Zivildienstes den ich beim Naturhistorischen Museum von Mainz ableiste.

Das heißt ich bin nicht online! AAAAH!

Neinnein, so schlimm wird das nicht, ich bin außerdem noch für euch zu erreichen, wenn ihre meine Handynummern habt. Ich werde auch von meinem Handy jeden Abend twittern, wie es mir geht, wie die Grabung läuft, etc.

Also schaut ab und zu mal vorbei :D

 

Mein Grabungs-Twitter ist auch direkt auf meiner Website eingebunden…

Urpferdchen! Ich komme!

Mittwoch, Juni 09, 2010

Lebenszeichen

Naja, so schlimm ist es ja jetzt auch nicht, oder? Ihr habt mich sicher nicht vermisst. Aber in der Tat, in letzter Zeit hab ich wenig gebloggt. Ist ja nicht so, als wäre das nicht absehbar gewesen, ich hab euch ja auch schon vorgewarnt. Mein Zivi-Leben ist irgendwie genauso, wie ich es mir vorgestellt hätte, wenn ich mir etwas vorgestellt hätte, was ich nicht habe. (Eine ähnlich dämliche Satzkonstruktion, die dieser fast wortwörtlich gleicht findet ihr in meinem Roman Kubilabala, der – wenn ihr ihn noch nicht gelesen habt – unbedingt von euch gelesen werden sollte.)

Ich bin in der Museumspädagogik eingesetzt, gleich am ersten Tag durfte ich mit Kindern basteln, Häschen nähen, Osterzeugs halt. Die Leute haben mich da schnell integriert, es ging mir ganz gut, es war alles neu und aufregend.

Dann wurde ich krank.

So richtig, Husten, leichtes Fieber, schreckliche Halsschmerzen und sie gingen nicht weg, der Arzt verschrieb mir Penicillin und dann ging es erst richtig los, denn ich musste feststellen, dass ich das Antibiotikum nicht vertrug! Von allen Seiten wurde mein Körper aufgefressen, ich hab mich wochenlang hundeelend gefühlt und mich trotzdem (bis auf zwei Tage, an denen ich beim Arzt war) jeden Tag nach Mainz geschleppt. Alles war eine Tortur, Nase putzen, bücken (inzwischen saß mir der Schmerz in jedem Knochen), Toilettengang (durch das Penicillin hatte ich über eine Woche Durchfall).

Ich ging zur Arbeit, ich ging auf dem Zahnfleisch.

Ich war nicht ganz da und schleppte mich von Tag zu Tag, man sollte einfach nicht arbeiten, wenn man krank ist, das schadet dem Betriebsklima. Manche waren mit meiner Leistung nicht zufrieden… es ging mir wirklich dreckig und ich hätte die zwei-drei Wochen im Bett bleiben sollen.

Dann ging es wieder bergauf, ich ließ mir meine wilde Mähne schneiden, von einem Friseur, der so hieß wie ein iranisches Gebirge und dann ein paar Tage drauf rasierte ich mir den Bart ab.

Ich hab mich gehen lassen und wollte meiner Umwelt zeigen, wie ich mich fühle.

Hat funktioniert.

Heute hab ich meine Zivildienst-Brille bei Fielmann abgeholt, hat mich 28 Euro gekostet, die Hälfte trägt das Bundesamt für Zivildienst. Es ist eine schwarze Hornbrille, nicht erschrecken, sie sieht gewöhnungsbedürftig aus, aber ich wollte mal was anderes probieren und sie ist ja nur so etwas wie eine Zweitbrille, ist nur einfach entspiegelt, ich versteh nicht, wie Leute damit klar kommen können!

Störende Reflexionen, die ganze Zeit.

imageDann hab ich mir vorhin diesen Bildschirm bestellt: http://www.amazon.de/gp/product/B0036B9WN6/ref=ord_cart_shr?ie=UTF8&m=A3JWKAKR8XB7XF

LED-Beleuchtung, soll Strom sparen und einen extrem viel höheren Kontrast bieten, HD-fähig, 23 Zoll. Ich hab nach langem Überlegen zugeschlagen, als der Preis plötzlich um 20 Euro fiel.

Da will ich eine Review schreiben.

Schreiben. Ja, das Schreiben fällt mir auch in diesen Tagen schwer.

Mitakuku hat inzwischen 2 Kapitel und ich überlege, wie es weitergehen soll, ich bin experimentierfreudig und spiele mit der Idee quasi eine Zwischenkomposition, ein Intermezzo einzuflechten, das sich in die Handlung integriert, es würde auf einer Kurzgeschichte basieren, die ich vor 5 Jahren geschrieben habe.

Mehr verrate ich nicht. Vielleicht rudere ich ja zurück?!

Ich mach mich jetzt fertig fürs Bett, ich bin nämlich wieder fix und alle. Ich muss mehr schlafen, die 5 Stunden reichen einfach nicht mehr, (Nor)man wird alt.

Dienstag, Juni 08, 2010

Norman und exotische Tiere

Heute hatte ich die Schädel von folgenden Tieren in der Hand und hab sie aus dem Nachbargebäude, durch die Schule, das Treppenhaus hoch in den 4. Stock getragen, jedes Mal eine Strecke von etwa einem halben Kilometer:

  • Breitmaulnashorn
  • Löwe
  • Gepard
  • Panther
  • Schimpanse
  • Wisent
  • Gnu
  • Höhlenbär
  • Giraffe
  • Nilpferd
  • Krokodil
  • Wolf

Okay, ich hab nicht alles alleine getragen ;-)

Das war ein tolles Erlebnis, aber auch ein wenig eklig. Besonders die menschlichen Überreste im Lager haben mich zurückschrecken lassen, aber ich musste mich überwinden und sie berühren. Meine Zivikollegen fanden das albern, meinten “ob Knochen oder Stein” das sei doch irgendwie dasselbe.

Ja, auf molekularer Ebene vielleicht ;-)

Außerdem stank es da fürchterlich, wie in der Zoohandlung bei den Kauknochen!

Dienstag, Mai 25, 2010

Blogging for the Future

Der Titel ist nonsens. Ich hab nur gerade einen Zurück-in-die-Zukunft-bezogenen Artikel gelesen und mir fiel nichts besseres ein.

Zur Sache:

Ich habe vor in Zukunft mehr über Twitter zu machen, das ich ja auf der Frontseite meiner Website integriert habe, dafür gibt es hier wahrscheinlich weniger zu lesen, was aber die Qualität heben könnte (aber sicher nicht wird, sind wir doch mal ehrlich).

Da ich jetzt wieder ganztags arbeite und NICHT online kann, was mir überraschend wenig ausmacht, veröffentliche ich ohnehin weniger.

Damit müssen wir alle klarkommen. Tut mir leid.

Freitag, April 16, 2010

“Die Wölfe” oder “Verdammter Scheißvulkan!”

Nachdem ich mir nach Arbeitsende im Naturhistorischen Museum ein Eis geholt hatte (Cookies, Vanille, Schokolade, Sahne, Schokosoße) fuhr ich nach Hause und traf am Bahnhof einen alten Klassenkameraden, der sich zum Dienst bei der Bundeswehr verpflichtet hat. Er ist Koch.

Nun, in Alzey angekommen, wollte ich zu meinen Großeltern laufen, als ich sah, dass das Kino, welches ich manchmal besuche, offen war. Ich bin mit den Vorführern und den Betreibern gut bekannt und sag da immer mal wieder Hallo. Gutgelaunt wie ich war, sprach ich den Kinobesitzer an, was für eine Vorstellung denn gerade geplant sei, schließlich stand da ein Trabbi und ein DDR-Feuerwehrwagen und Bänke und Tische wurden aufgestellt.

Er fragte mich, ob ich den Film-Mehrteiler “Die Wölfe” kenne. Ich sagte, ich hätte sie nicht gesehen, aber meiner Mutter hätten sie sehr gut gefallen. Es geht bei dem Film um eine Geschichte um vier Jungs und zwei Mädchen, die eine Jugendbande bilden und sich im zerbombten Berlin gegen Ende des Zweiten Weltkriegs durchkämpfen. In Folge 2 der Miniserie erfahren wir, was mit den inzwischen Mittzwanzigern geschieht, als Berlin durch eine Mauer getrennt wird. Ihr Schwur "Nichts wird uns trennen. Nicht einmal der Tod.” wird auch durch den “antifaschistischen Schutzwall” nicht gebrochen, so versuchen die West-Berliner ihre Freunde aus dem Osten zu befreien.

Der Wahnsinn dieser “sozialistischen Republik”, die ein Gefängnis für Millionen Menschen war, wird sehr deutlich und hat mich mehrmals zu Tränen gerührt. Meine Familie hat selbst eine bewegte deutsch-deutsche Geschichte.

Im letzten Teil schließlich treffen sich die zerstrittenen Freunde zum Mauerfall wieder, als ihre Kinder einander heiraten, ohne das sie wussten, wer die zukünftigen Schwiegereltern sind.

Der Film ist konstruiert, was aber nicht besonders stört, es sind viele Dokumentaraufnahmen eingebettet, aber er ist bewegend und seit letzten November Emmy-ausgezeichnet! Der Emmy ist der Oscar für Fernsehproduktionen und ich sah den “Emmy” heute aus wenigen Metern Entfernung als Produzent Heiner Gatzemeier (der Dritte von Links) den Film vorstellte.

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Es waren Zwei-Dreihundert Lions-Club-Gäste geladen, es gab Wein, Bruscetta, Chili con Carne und einen Sektempfang.

Was machte der Norman denn da?!

Torsten hatte mich eingeladen den Film mitzuschauen, für mich würde er noch einen Platz finden :D

Ich hab mich im Anzug unter die Leute gemischt und Flyer von “Kubilabala” versucht an den Mann oder die Frau zu bringen. Irgendwie hatte ich gehofft, ein hohes Tier vom ZDF würde auf mich zukommen und mit mir einen Drehbuchdeal machen. ;-)

Hey, so abwegig ist das gar nicht.

Eigentlich sollten die Filmschauspieler der drei Ensembles kommen und über einen roten Teppich marschieren, aber die riesige Staubwolke über Europa hat verhindert, dass sie auch nur einen Fuß in ein Flugzeug gesetzt haben! :D

Mittwoch, Februar 24, 2010

Indiana Jones und das Schicksal von Atlantis

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Comic-Relief-Nazis, okkulte Zeremonien, böse Wissenschaftler und eine heiße Rothaarige…

Indiana Jones und das Schicksal von Atlantis hat alles, was ein Indiana Jones braucht.

Die Story stammt aus dem Spiel von LucasArts und mein Kumpel Dale Dassel arbeitet gerade an einer Romanfassung; es gibt Comics zum Spiel, es gab ein stümperhaftes Werk, das alle Dialoge zusammenfasste, aber nie einen Roman!

Ich bin mit der Übersetzung ins Deutsche betraut und arbeite gerade fieberhaft daran, möglichst viel in der Zeit vor meinem Zivildienst, der in wenigen Wochen beginnt, zu schaffen.

imageWir scheren uns nicht um Lizenzen, wir wollen schließlich kein Geld verdienen. Von Fans für Fans entsteht hier eine fantastische, actionreiche Neudichtung der Story um Sophia Hapgood, Indiana Jones und Nur-Ab-Sal, dem letzten König von Atlantis, der als Geistführer Sophia Hapgood anleitet, auf ihrer Suche nach Atlantis.

Das da rechts, ist Dale und hier geht es zu seiner Website, auf der man die – momentan - ersten zehn Kapitel des englischen Originals lesen kann: http://newsradiofanfic.angelfire.com/Atlantis.html

Seit gestern haben wir einen weiteren Mitarbeiter am Projekt!

Jan liest Korrektur und so kann ich heute schon den Prolog veröffentlichen. Aber ich klatsche hier nicht die ganzen 20 Seiten rein, keine Sorge, nur ein kleiner Auszug ;-)

Prolog

 

Indiana Jones saß in der Klemme. Buchstäblich. Der Durchgang war dunkel und kühl, Wände drückten gegen seine Schultern, hatten ihn im Griff wie eine Schraubzwinge. Unglücklicherweise hatte er seine Lederjacke nicht zum Schutz bei sich.

Indy bewegte sich ungeschickt und kam in dem engen Gang nur schwerlich voran. Auf den Knien kriechend zog er sich selbst mit einer Hand nach vorne, während er eine dicke, elektrische Taschenlampe in die tiefschwarze Finsternis richtete. Ihr schwacher, flackernder Strahl brachte nur einige wenige Meter Boden zum Vorschein, der sich scheinbar in die Unendlichkeit erstreckte.

Die Batterien waren fast aufgebraucht, aber er hoffte, dass sie noch ausreichen würden, bis er das andere Ende des Tunnels erlangt hatte. Andernfalls wäre er gezwungen in der Dunkelheit seinen Weg zu finden. Er stand unter Zeitdruck, in Aussicht düsterer Konsequenzen. Wenn er ohne das Götzenbild zurückkam, war Marcus Brody so gut wie tot.

"Komm schon, nur ein kleines Stück.", murmelte Indy zu sich selbst in der staubigen Stille. Schweiß perlte von seinen Brauen und rann ihm in die Augen. Indy blinzelte den salzigen Stich weg, konnte nicht aufhören sich das Gesicht zu wischen. Er musste weiter. Plötzlich stieß er auf eine Erhebung unter sich, knallte mit seinem Ellbogen hart gegen die Wand. Die Taschenlampe rasselte zu Boden, erlosch und stürzte ihn in einen pechschwarzen Kokon aus Dunkelheit.

"Verdammt!", fluchte er und tastete auf dem Boden herum, bis er die Taschenlampe wiedergefunden hatte. Indy drückte den Schalter mehrmals an und aus, ohne Wirkung. Frustriert schlug er das Ende der Lampe auf die Erde - stotternd durchschnitt ein schwacher Strahl die staubige Luft. "Gut. Jetzt bleib an."

"Haben sie schon etwas gefunden, Jones?", hallte eine dumpfe Stimme durch den Korridor. Offenbar war Mr. Smith kein geduldiger Mann und Indy wusste, dass er es sich nicht leisten konnte, den großen, blonden Fremden mit dem unbestimmbaren Akzent, länger warten zu lassen.

"Noch nicht.", rief Indy zurück über seine Schulter.

"Dann halten sie die Augen offen.", befehligte Smith, der am Beginn des Durchgangs eine Pistole auf Marcus richtete.

Der englische Kurator war Mitte Sechzig und das war - für einen Mann wie ihn - kein gutes Alter, um sich auf der Suche nach Artefakten in der Welt herumzutreiben.

Entgegen seiner eher furchtsamen Natur war Marcus seit ihrer Suche nach dem Heiligen Gral letzten Sommer wesentlich wagemutiger geworden - zumindest was ihre Jagd nach archäologischen Relikten betrifft.

Obwohl diese Erfahrung Brody mehr Selbstvertrauen geschenkt hatte, zog Indy es vor, seinen alten Freund nicht noch darin zu bestärken. Aber dafür war es jetzt ohnehin zu spät. Marcus war hier und sie waren beide in Schwierigkeiten. Wenn er die Statue nicht finden sollte, wusste Indy nicht, was er tun würde. Besonders weil er weder Peitsche, noch Revolver bei sich hatte. Er kämpfte sich durch eine hauchdünne Schicht Spinnweben, die sich quer durch den Korridor spannte wie ein grauer Trauerschleier. Er fragte sich, ob diese Passage je ein Ende finden würde. Kaum hatte er den Gedanken gefasst, fiel der Boden ab und entließ ihn auf eine harte, ebene Oberfläche. Indy drehte sich um und sprang auf die Füße. Er fuhr mit dem Licht in jede Richtung, um seine Umgebung zu erkunden. Er fand sich in einem größeren Raum wieder, der etwa drei Meter breit und vielleicht dreimal so lang war. Dicke Holzstämme kreuzten die Decke hoch über ihm.

Die Wände waren von staubigen Regalen gesäumt.

Der Archäologe blinzelte ungläubig, als sein Lichtstrahl Reihe für Reihe Töpfe und Gefäße überflog: stumpfgoldene Barren und kunstvolle Bildhauerarbeiten aus Messing, Stein und Ebenholz.

Da waren tausende Gegenstände, praktisch und buchstäblich ein Warenhaus an antiken Reichtümern, mehr Schätze als man in einem einzigen Leben hätte erstehen und sammeln können. Der Anblick machte ihn atemlos.

Sonntag, Dezember 27, 2009

Noch 95 Tage bis zum Zivildienst

Ich hab noch viel vor, bis dahin :D

Montag, November 02, 2009

Was bei mir so läuft…

Seit nun einer Woche bin ich in einer zwangsverordneten Fortbildungsmaßnahme der Arbeitsagentur bei der Förderakademie der Wirtschaft. Klingt toll, gell?

Ich sitze da mit drei Jungs in meinem Alter und 10 Männern zwischen 40 und 60 und die liebe Mary-Lou, die ohne uns Arbeitslose auch arbeitslos wäre und so schließt sich der Kreis in diesem seltsamen Machtgefüge, gibt sich große Mühe uns mit einem Ordner, den die Bundesagentur für Bildung erstellt hat, zu langweilen. Im Grunde ist es ganz einfach, ein Blatt Papier würde genügen. Obendrüber die Frage: “Was kannst du, was willst du machen?”

Auf über 90 Seiten dickem Karton sind Tabellen auszufüllen. Welche Praktika man absolviert hat, welche Hobbies man hat, sogar wie viele Freunde man hat, soll man da eintragen. Rechts von mir sitzt ein Türke über 50. Er versteht sehr schlecht Deutsch und der Amerikaner Kenneth und ich haben es bereits aufgegeben, ihm etwas zu erklären. Zumal Mary-Lou uns mehrmals bat, es zu unterlassen und sie ließ ihn auch nicht auf Türkisch in den Ordner schreiben, obwohl dieser, wie sie mehrmals betont, unser Eigentum sei. Links sitzt T. H., er ist Maler und Lackierer und ich will wirklich über niemanden da schlecht sprechen. Alles gute, nette Männer. Und eine etwa 50-Jährige Frau. Aber dass er Maler und Lackierer ist, erwähnt T. H. mir dann doch zu oft! Bei jeder Gelegenheit und er stellt ständig fest, dass er “diesen Scheiß” noch nie gebraucht hat.

Mary-Lou nannte mich ihren Klassenbesten und überhaupt scheint sie überrascht zu sein, dass wir sie nicht bespucken und beleidigen, wie es der gewöhnliche, asoziale Langzeitarbeitslose wohl macht. Zum Glück gehören wir nicht dazu, unser Türkischer Kamerad ist erst seit zwei Wochen arbeitslos. Und Zack, hat diese Maßnahme ihn sich geschnappt!

Dieser Kurs – ich nenne es jetzt Kurs, das ist viel netter – dauert 4 Wochen, dann folgt ein zweiwöchiges Praktikum und in der Zwischenzeit belästigt mich das Arbeitsamt nicht mehr. Ich glaube, die Arbeitslosenzahlen sind so krass gefallen, weil überall diese Maßnahmen begonnen haben!

So wie 1-Euro-Jobber ja keine Arbeitslose mehr sind…

Die Politik der Regierung, die ich nicht gewählt habe ist eine Sauerei sondergleichen, diese Hartz-Module… eigentlich müsste man Hartz als Verbrecher an der Menschlichkeit öffentlich auspeitschen lassen und ich kann euch sagen, ich würde sie nicht zurückhalten!

Ich bin also bis Mitte März 2010 in diesem Kurs gemeldet und man versucht dort eine Stelle für mich zu finden. Ganz egal, dass zwei Wochen später schon mein Zivildienst beginnt!

Es ist ja nicht so, als würde ich nicht darauf hinweisen. Wir unterhalten uns ja den ganzen Tag nur und jeder klagt der Allgemeinheit sein Leid. Ich finde das alles ganz sinnvoll und diese Männer haben in ihrem Leben noch nie ein Bewerbungsgespräch gehabt, wie es Unternehmen heute für gewöhnlich halten. Es ist nicht schlecht, dass man sie an der Hand nimmt.

Aber MICH DOCH NICHT!

Ich hab großartige Bewerbungsunterlagen, ein tolles, klares Design, das Persönlichkeit ausstrahlt, aber nicht verkrampft daherkommt. Wirklich, ich brauche keine Hilfe bei der Suche nach meinen Fähigkeiten und meinen Zielen.

Mein Plan sieht so aus:

Ab April bin ich Zivi, ab Januar 2011 werde ich eine Beschäftigung brauchen, entweder ein Studium auf einer Technischen Uni oder ich einer Fachhochschule. Ich 

Mein Ziel:

Ein erfüllender Job, der mir Geld einbringt, keine Karriere und soviel Freizeit, dass ich mich meiner wirklichen ARBEIT widmen kann. Dem Schreiben, ich ordne dem Schreiben alles unter. Ich bin sehr überzeugt von meinem Talent, bin mir aber auch im Klaren, dass ich NIEMALS damit Geld verdienen werde. Ich will zufrieden sein und das tun, was ich kann. Ich habe schon früh darüber nachgedacht Lehrer zu werden und es scheint für mich der logische Schritt zu sein, in der öffentlichen Marktwirtschaft will ich nicht sein. Raubtierkapitalismus und Lüger und Betrüger, wohin man sieht.

Ich habe nicht viele Erfahrungen gemacht, aber die waren ausnahmslos schlecht. Ich lasse mich nicht verbiegen! Ich lasse das nicht zu, lieber bleibe ich ein Leben lang ein Habenichts. Am Ende meines Lebens kann ich einiges bereuen, ich will nicht, dass es der Verlust meiner Ideale und Werte ist.

Montag, September 07, 2009

Was macht der Norman?

Ich muss inzwischen meinen Denk-Hut aufsetzen, damit ich etwas zu Papier bringe. Mein brauner Akubra Federation Deluxe hilft mir meine Gedanken zu kanalisieren und die Außenwelt (mein Bruder, der mich ruft, weil irgendeine Betriebsschlampe ihre Hupen vergrößern lassen will und das im Fernsehen machen muss) aussperrt.

Eigentlich wollte ich jetzt hauptberuflich Schriftsteller sein, aber inzwischen bin ich doch wieder nur ein zielloser Penner, der bis in die Puppen schläft. Heute war es ELF Uhr und ich wollte um HALB NEUN aufstehen, aber mein Wecker steht im Bad, da irgendjemand (mein Bruder) sich den ausgeborgt hat. Er ruft immer noch nach mir, aber mein Denk-Hut hilft mir, meine Konzentration auf diesen Blog-Post zu richten.

Erstmal zu den technischen Neuerungen.

Ich nutze jetzt Opera, bin vom Firefox weg und versuche es knallhart durchzuziehen. Der Mozilla Browser war mein Liebling seit sieben oder acht Jahren, das fällt schon schwer, aber irgendwann will man sich ja verbessern. Opera braucht weniger Ressourcen, ist weniger fehleranfällig und bringt alle tollen Features, die man beim Firefox dazuinstallieren kann, von Haus aus mit.

Als die zehnte Programmversion vorige Woche erschien, hab ich es EINFACH GETAN!

Opera verbindet Browser UND Mailclient, deshalb konnte ich auch den lahmarschigen Thunderbird (der immer noch fünftausenddreihundertsiebenundneunzigmal besser als Outlook ist) in die Tonne treten.

Für mein Blogging habe ich immer noch keinen adäquaten Ersatz gefunden und für jeden Eintrag muss ich erst die Virtuelle XP-Maschine anwerfen und booten. 10 Sekunden, die ich mir nicht gönne und deshalb gab es wenige Einträge in den letzten Tagen.

Da gibt es schon ein paar nette Programme unter Linux, Drivel etwa oder BLOGtk, aber die sind unkomfortabel, da sie kein What-You-See-Is-What-You-Get bieten, so wie es der Windows Live Writer kann. Ich möchte ihn so gerne auch abschaffen, schließlich belegt die Virtuelle Maschine schon 7 GB und ich brauche sie nur noch für den Live Writer!

Für mein altes IBM Thinkpad 600e hatte ich eine neue BIOS-Batterie gekauft, ich hänge so an diesem alten Schätzchen, obwohl es nach zehn Minuten stinkt, als würde es in Flammen stehen. Nach drei Wochen kam sie dann schließlich aus Hongkong und ich beginne heute morgen das Thinkpad-Notebook zu zerlegen, während ich zeitgleich das Hochzeitsvideo meiner Cousine, das ich gefilmt hatte, auf meinem viel neueren Hewlett-Packard-Notebook mit Kino auf Platte ziehe. Ich hatte das Notebook bereits dreimal bis auf die letztes Schraube zerlegt und wieder zusammengebaut, okay, eine hab ich irgendwann verloren, aber das ist nicht weiter tragisch. Meine Ausweidearbeit hatte zwei Ziele:

  1. Einbau der neuen Batterie, damit der Fehlercode nicht mehr kommt, der das Booten verhindert.
  2. Reinigen der Platine und des Lüfters, um die Hitzeentwicklung und den damit entstehenden Gestank nach brennenden Schaltkreisen abzuschaffen.

Ziel 1 hab ich erreicht.

Aber das Notebook stinkt immer noch und mein Versuch Xubuntu zu installieren (Ubuntu mit Xfce-Windowmanager, ist ressourcenschonender) ist gescheitert.

Für dieses stinkende Notebook hab ich mir ein Original-IBM-Externes-Diskettenlaufwerk gekauft, 7,60 inklusive Porto ist nicht die Welt, aber trotzdem. Ich darf nachts nicht mehr surfen! Da kaufe ich nur Dinge, die ich am nächsten Morgen bereue.

Die Xubuntu-Installation scheitert mit großer Wahrscheinlichkeit an der alten BIOS-Version des Thinkpads und für ein Update benötigt man ein Diskettenlaufwerk. Die Wege des Normans sind unergründlich. Deswegen habe ich es mir gekauft. Ich wusste das doch alles schon, von meinem letzten Versuch in den Weihnachtsferien. Damals hatte ich dann mit Ach und Krach Suse 9 auf die alte Kiste installiert.

Am besten ich verkaufe das Thinkpad mit Dockingstation und externem Laufwerk für 100 - 150 Euro bei ebay, dann spare ich Zeit und die Euronen kann ich in einen Flachbildschirm investieren, meine alte 17”-Röhre kann ich mir nicht auf den neuen Schreibtisch pflanzen und der Computer muss aus dem Wohnzimmer raus, ich brauch den an meinem Tisch. Einen iMac und einen eMac hab ich auch noch hier rumstehen, drei weitere alte PCs die nur noch beim Alteisen Zweifuffzisch rausspringen lassen.

Ich hab keine Kohle und NICHT zu konsumieren ist schwer, aber ich schaffe es.

Da sind nur die Sachen, die ich so gerne hätte…

Victor Gischler, mein literarisches Vorbild, wenn man so will, hat einen neuen Roman veröffentlicht, er kostet 10 Euro und ich kann ihn mir nicht leisten, da das ein Dreißigstel meines Arbeitslosengelds ist und ich mein Budget für unüberlegte Käufe bereits überschritten habe, mit dem Kauf von zwei Romanen von Walter Kirn (insgesamt nicht einmal 5 Euro) und diesem Scheiß-Diskettenlaufwerk.

Ich habe begonnen Matt-Helm-Romane zu lesen (die kosten das Stück 2 oder 3 Euro bei ebay ;-D), da wird dann bald eine große Aufarbeitung folgen.

Frank Schirrmachers “Das Methusalem-Komplott” beschäftigt mich noch immer sehr, dazu hatte ich auch ein Posting begonnen, vielleicht wird das ja fertig…

So, jetzt zu MEINEN Büchern.

Mitakuku, das Buch zwischen Kubilabala und Kimali, ist mein aktuelles Projekt!

Diesmal werde ich wie ein Profi arbeiten, ich will die Anfangszeiten meiner Schriftstellerkarriere endlich hinter mir lassen und aus meinen Fehlern lernen ;-)

Zunächst steht der Plot, der wird ausgearbeitet, Szene für Szene, dann wird geschrieben, nicht so wie bisher. Da hatte ich ein Bild im Kopf und hab es niedergeschrieben, dann rumgedoktert und gebastelt, bis alles passt.

Das mache ich gerade mit Kubilabala. Ich zerpflückte die ersten Kapitel und arbeitete mit meinem Text wie mit Filmmaterial, schnitt es um, beleuchtete andere Partien. Ich will in den nächsten Wochen fertig werden und dann VERÖFFENTLICHEN! ENDLICH!

Morgen streiche ich das Holz auf dem Balkon, schleife über den Heizkörper aus dem Bad drüber, lackiere ein paar Stellen neu, fahre mit meiner Oma zu meinem Opa ins Krankenhaus, gehe für meinen Vater im Künstlerbedarf Pinsel einkaufen und hole dann meinen Bruder von der Schule ab. Da war ich noch nicht im Fitnesscenter, hab noch nix gegessen und meine Post noch nicht gemacht, meine Mails nicht gelesen und meine Blogs abgegrast um nah am Puls der Zeit zu bleiben.

Ich werde wieder nicht zum Schreiben kommen.

Was bleibt noch zu sagen?

Ich habe begonnen Mundharmonika zu üben, ich hab mir eine Hohner SilverStar beim Musikhaus Raab in Alzey gekauft. Gutangelegte 10 Euro. “All when the saints go marching in” kann ich schon zur Hälfte.

Mit dem Bending habe ich mich noch nicht befasst, ich werde auf jeden Fall wieder Blockflöte üben, das konnte ich ja schon mal.

Heute bin ich schon wieder auf “Ca Plane Pour Moi” gestoßen, einen New-Wave-Song aus Frankreich, das Original war von Plastic Betrand und ziemlich shiny. Innerhalb weniger Tage hab ich das Video davon auf YouTube gesehen, zufällig und dann auf ARTE, dann war das Lied zufällig auf dem neuen Nouvelle-Vague-Album gecovert und auch Boss Hoss haben eine Version davon.

Googlet mal, ich will, dass ihr es selbst entdeckt :D

Am Freitag war ich in Mainz um Rücksprache mit dem Museum zu halten, ich hab eine Privatführung gekriegt. War sehr interessant und hat viel Spaß gemacht. Ich kann es kaum erwarten endlich da anzufangen, im Lager PRÄPARIERTE Tiere (sage niemals ausgestopft – NIEMALS) rum zu wuchten, Knochen abzustauben und dann wenn die Grabungssaison beginnt mit Schaufel ganz Rheinhessen nach Deinotheriumzähnen umzupflügen.

Kaum bin ich außer Reichweite der Bundeswehr greifen sie nach meinem Bruder, heute kam sein Musterungsbescheid.

Ich trinke in letzter Zeit häufig Roiboos-Tee, sehr lecker und bekömmlich.

So, jetzt hole ich mir meinen Wecker zurück aus dem Bad!

Samstag, August 15, 2009

Warum ich niemanden töten möchte

Das hier ist mein Kriegsdienstverweigerungsantrag, auf 3 Seiten musste ich begründen, warum ich keinen Dienst an der Waffe leisten kann. Alles was da steht, würde ich so unterschreiben… Stop, das habe ich ja ;-)

Es ist mir sehr ernst damit gewesen und ich habe es lange heraus gezögert, es zu schließlich zu schreiben. Einige der Punkte, die ich anführe, kamen mir in den Sinn, als ich auf einer abgegangenen Lawine in den Allgäuer Alpen einen Weg suchte, der mich nicht in den Abgrund stürzen ließ.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich verweigere den Kriegsdienst aus Gewissensgründen und dies möchte ich Ihnen nun ausführlich darlegen:

In einem gesunden, wohl behüteten Elternhaus aufgewachsen, erhielt ich schon früh eine stark christliche Prägung. Ab dem Vierten Lebensjahr besuchte ich den katholischen Kindergarten in Stetten, im frühen Umgang mit anderen Kindern lernte ich, dass Gewalt keine Lösung ist. Niemals.
Ich lehne jede Art von Gewalt ab, besonders politisch oder religiös motivierte Gewalt gegenüber anders denkenden, anders gläubigen Menschen.
Es muss das Ziel einer Gesellschaft sein, den Frieden zu wahren und ein gutes Leben für ausdrücklich alle Mitglieder zu schaffen. Die Suche nach alternativen Lösungen für Konfliktsituationen muss einen Kompromiss ergeben, bei dem eine Seite zwangsweise den Kürzeren zieht und dies zum Wohl aller akzeptiert. Ohne Blutvergießen und Kettenrasseln.
Ich wurde protestantisch konfirmiert, habe mich intensiv mit meinem Glauben auseinandergesetzt und las einen Großteil der Bibel, was mir unsere Geschichte und die gesellschaftlichen Fehler der Vergangenheit sehr deutlich machte. Auch wenn ich mich nun nicht als gläubigen oder gar gottesfürchtigen Menschen bezeichnen kann, und mein Verständnis von Ethik und Moral sich nicht allein auf den Glauben begründet, in dem ich aufgewachsen bin, stehe ich doch zu den Idealen, für die das Christentum heute steht:
Nächstenliebe, Mitgefühl. Humanität.
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“, ist die prägnanteste mögliche Zusammenfassung. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass dies nicht mit einem Dienst an der Waffe zu vereinbaren ist, der erfordern würde, dass ich auf Befehl einen anderen Menschen verletzen oder gar töten müsste.

Ich war niemals ein Mitläufer und habe mir immer meine eigenen Gedanken gemacht. Unhinterfragt auf Befehl eines Vorgesetzten hin zu handeln würde meine Freiheit, meine Meinung einschränken und mich gegebenenfalls daran hindern, das Richtige zu tun. Ich müsste gegen besseres Wissen und Gewissen Folge leisten, andernfalls drohten mir Strafen, die mich zwingen würden mein eigenes Wohl über das meines „Feindes“ zu stellen.
Der Kriegsdienst würde es erfordern, dass im Training meine Hemmschwelle zum Schießen auf Menschen herab gesenkt würde, durch die Verwendung von Pappkameraden, die aus Karton und weit davon entfernt sind, echte Menschen widerzuspiegeln. Der menschliche Körper wird zu einem beliebigen Feindobjekt degradiert, das Wesen Mensch zu einem Ziel, das ohne Empfindung ausgeschaltet werden muss.

Tiere töten Tiere um sich zu ernähren, wir sind auch nur Tiere und Teil des Kreislaufs des Lebens. Ich esse Fleisch, aber müsste ich das Tier selbst töten, schlachten und verarbeiten, würde ich es nicht tun und eine andere Lösung wählen. Ein Verletzen oder Töten eines Tiers aus anderen Gründen als der Sicherung des Überlebens ist nicht akzeptabel.
Aber Menschen sind eben doch mehr als die meisten Tiere, da sie sich ihrer selbst bewusst ist. Alle hoch entwickelten, intelligenten, sozialen und „fühlenden“ Wesen ob Delfine, gewisse Vogelarten oder Menschenaffen, stehen mit uns auf dieser evolutionären Stufe und doch sind wir die einzigen Tiere, die ihre Umwelt nicht nur verändern, gestalten und selbst reflektiert wahrnehmen, wir können die Welt, die uns umgibt ergründen und verstehen lernen.
Das Leben eines Menschen ist in jeder Hinsicht nicht aufzuwiegen mit einem materiellen oder immateriellen Gegenstand, ob dies nun der Sieg in einer Schlacht oder ein gewonnener Meter Grenzland ist.

Nichts kann das Leben zurückgeben oder es ersetzen. Unsere Erde, mit dem Leben die sie hervorgebracht hat, ist womöglich einzigartig im ganzen Universum. Das Leben ist das höchste Gut, das wir besitzen.
Es wäre mir nicht möglich den befohlenen Mord als notwendig oder gerechtfertigt zu sehen. Ein Todesschuss bedeutet das Ende von Träumen und Hoffnungen, Liebe und Bewusstsein eines Einzelnen und er stürzt eventuell eine Familie aus ihren geordneten Verhältnissen in Trauer und Verlassenheit. Ich möchte diese Schuld nicht auf mich nehmen müssen.
Die Menschheitsgeschichte ist dominiert von Hass und Kriegen, wenn wir jetzt nichts aus unserer Vergangenheit lernen, sind wir verdammt, so weiter zu machen. Genozid, Terror, Folter.
Immer wieder werden von den Militärs Kriegsverbrechen befohlen oder gebilligt. Menschen machen Fehler. Verheerende Fehler.
Ich kenne die Schreckensbilder des Krieges aus den Medien und den Erzählungen meiner Großeltern. Es sind lebendige Erinnerungen an Dinge, die gerade einmal wenige Jahrzehnte zurückliegen.
Einfallende, halbverhungerte Russen die die jungen Frauen des Dorfs, in dem mein Großvater aufwuchs, vergewaltigten und meine Urgroßmutter nur verschonten, weil sie schon vier Kinder hatte.
Die Hungerjahre auf der Flucht, das Bombardement der Städte, die aufgeknüpften Toten am Straßenrand. Jungen, nur ein paar Jahre älter als mein Großvater damals und wesentlich jünger als ich heute, die sich geweigert hatten zu schießen, sie trugen Schilder auf denen „Ich bin ein Feigling!“ stand.
Ein Erschießungskommando, das den ältesten Bruder meines Opas an die Wand stellte, weil er desertiert war.
Mit der Schule besuchte ich die Maginot-Linie, Bunkerbauten und die Friedhöfe und das Gebeinhaus in Verdun. Ich kann es noch immer nicht fassen, Kreuze bis zum Horizont. Gestapelte Schädel.

Angesichts dieser Ungeheuerlichkeiten ist es mir unmöglich den Dienst an der Waffe zu leisten, der mich in ähnliche Situationen bringen könnte, der mich zwingen würde, anderen Menschen unbeschreibliche Dinge anzutun.
In Afghanistan herrscht Krieg, es fallen deutsche Soldaten in diesem Krieg und unser Land spricht dies nicht aus. Ich würde mein Leben nicht für die Verteidigung eines Landes geben, zumal dieses meinen Einsatz nicht zu würdigen weiß.
Ich fasse zusammen:

Alle Menschen sind gleichwertig, ihre Hautfarbe, ihre Nationalität, ihr Glaube oder Nichtglaube sind unbedeutend. Alle Menschen wollen das Gleiche für ihre Familien und ihre Zukunft.
„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ (GG; Artikel 2, Absatz 2)
Meine Erziehung, mein Wissen, meine Überzeugung lassen nicht zu, dass ich mich bewaffne und auf Geheiß töte.
Nun berufe ich mich bei meinem Antrag auf Kriegsdienstverweigerung auf das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG; Artikel 4, Absatz 3):
„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“

Mit freundlichen Grüßen,

Norman Eschenfelder

Montag, August 10, 2009

He wants to make love to the Mountain!

Ich bin gerade von einem Vorstellungsgespräch beim Naturhistorischen Museum Mainz zurück. Lief sehr gut, ich hab die Zivildienststelle!

Jetzt muss ich nur noch meinen Kriegsdienst verweigern und ich nehm das wirklich ernst, ich will nicht einfach nur die Vorgaben erfüllen, ich will meine wahren Beweggründe niederschreiben, warum ich keinen Dienst an der Waffe leisten kann!

Es geht gegen meine moralischen Grundsätze, gegen meine atheistische Ethik, die wohl ihre Bezüge auf die christlichen Grundwerte kennt, aber aktueller, nicht rassistisch, humanistisch und weniger weltfremd ist:

Alle Menschen sind gleich, niemand hat das Recht das Leben eines anderen Menschen zu stören oder gar auszulöschen.

Jedes Leben ist unglaublich wertvoll (schaut mal raus in den Nachthimmel) und keine Politik, keine von Menschen erdachte Grenzlinie in den Köpfen und auf der Landkarte ist auch nur ein Leben wert.

In diesem Universum sind wir eines von wenigen Spezies, die sich ihrer selbst bewusst sind und ihre Umgebung nicht nur annehmen und ändern, sondern auch verstehen können.

Wir sind so hoch entwickelt, dass wir für unsere Überzeugung unseren Glauben alle Vernunft in den Wind schlagen und unsere Mitmenschen töten.

Oder eben nicht, so wie ich.

Wie mach ich das jetzt dem Kreiswehrersatzamt klar?

 

Meine Liebe zum Leben, zur Natur, zur schieren Existenz kann nur ein Mann ausdrücken:

Captain Kirk

Captain Kirk is climbing a mountain, why is he climbing a mountain?

Mein Sommerhit, ein richtiger Ohrwurm.

Samstag, Januar 31, 2009

Brief von der Bundeswehr

Als man mich damals im Kreiswehrersatzamt musterte, hat man mich nicht den Psychotests unterzogen. Das steht jetzt an. Toll.

Soll ich denen jetzt sagen, dass sie mich nicht kriegen, weil ich lieber etwas Sinnvolles machen möchte?
Zivildienst kann so vielgestaltig und nützlich sein, hab ich jetzt erfahren.

Man kann seinen Zivildienst in Museen leisten, bei Naturschutzprojekten und vielem mehr. Für mich war Zivildienst immer gleichgesetzt mit Altenpflege und "Essen-ausfahren".
Ein Irrtum.

Ich habe mir das "Handbuch Zivildienst" bei Amazon gekauft. Gut angelegte 16 Euro.

Was war noch so in den letzten Tagen?

Ich war mit zwei Jungs aus dem Indiana Jones-Forum in der Sportsbar in Wiesbaden essen. Wir haben uns unterhalten und das Wir-Gefühl genossen... nach Jahren der Isolation zwischen den Normalos.
Die Preise sind hoch, aber noch zu ertragen und ich war noch nie von einem einzigen Burger so satt!
Ok, es gab eine große Portion Kartoffelspalten mit Sour Cream dazu und ich hatte mit Matze und Philipp schon beim 60/40 eine kleine Pizza mit Salat gegessen.

Freitag war letzter Schultag des Schulblocks. Zeugnisvergabe, kann nicht meckern, ein paar Einser, allerdings auch eine Vier.

Das Auto meiner Mutter, mit dem ich auch mal fahre, hat einen neuen Katalysator gebraucht, hab ihn bei ebay gekauft und per PayPal bezahlt, innerhalb von 48 Stunden war er da. Mein Vater und ich haben ihn vorhin verbaut. Am Krümmer wird der Katalysator mit 2 Schrauben befestigt. Eine der beiden Schrauben brach beim Herausdrehen im Gewinde und ließ sich nicht entfernen. Mein Vater hat die Schraube ausgebohrt und ein neues Gewinde reingedreht, hat an die drei Stunden gedauert. Die Montage des Kats war dann in zehn Minuten erledigt.